Warum wählen gehen?

von am 21.06.2016

Die Briten stimmen über den Verbleib in der Europäischen Union ab und Donald Trump liefert sich sowohl mit seiner eigenen Partei, als auch mit Hillary Clinton einen Kampf um den Einzug in das Oval Office. Das Jahr 2016 hält noch einige spannende Entscheidungen für uns bereit.

Auch an der Universität Passau wird wieder gewählt. Am 22.06. geben die Studierenden ihre Stimme für ein neues Studierendenparlament ab. Natürlich folgen dieser Wahl keine globalen Auswirkungen, wie bei einer Präsidentschaftswahl oder dem „Brexit“, allerdings sollten wir an der Zusammensetzung des neuen Parlamentes interessiert sein und unser Kreuz setzen. Ich möchte euch an dieser Stelle verraten warum.

Die politischen Hochschulgruppen setzen sich in ihren Wahlprogrammen hohe Ziele, Rundfunkgebühren für Studenten auf 5 € setzen (RCDS), eigenverantwortlich für Drittmittel werben (LHG), oder die Erhöhung der Anzahl von Deutschkursen für ausländische Studierende (Jusos). Diese und andere Themen definieren die Parteien und spiegeln für uns ihre Werte und Ansichten wieder. Allerdings ist es sehr schwierig für die politischen Hochschulgruppen und deren Vertreter im Studierendenparlament diese Themen tatsächlich zu realisieren.
Im Jahr 1973 schaffte der Freistaat Bayern die Form der verfassten Studierendenschaft ab und begrenzte die Partizipationsmöglichkeiten der studentischen Vertreter auf ein Minimum. Trotz der begrenzten Möglichkeiten ist es wichtig, dass möglichst viele Studenten die Politik an der Universität mitbestimmen.

 

Das aktuelle bayerische Hochschulgesetz sieht in Artikel 53 vier Aufgaben für ein Studierendenparlament vor:

 

  • Vertretung der fachlichen, wirtschaftlichen und sozialen Belange der Studierenden der Hochschule
  • fakultätsübergreifende Fragen, die sich aus der Mitarbeit der Vertreter und Vertreterinnen der Studierenden in den Hochschulorganen ergeben
  • die Förderung der geistigen, musischen und sportlichen Interessen der Studierenden
  • die Pflege der Beziehungen zu deutschen und ausländischen Studierenden

 

Aus meiner Sicht sind für die Hochschulwahlen vor allem der erste und der dritte Punkt relevant. Vermutlich erinnern sich die meisten Studenten noch an den Begriff #Fensterlngate, Ein Blick auf das #FensterlnGate zeigt uns Folgendes: Der AStA, sowie das StuPa haben ihre Aufgaben als Vertreterinnen der Studierenden wahrgenommen und zwar nach den Werten und Ansichten, die aus ihren Wahlprogrammen entnommen werden können. Die Mehrheit im StuPa wird aktuell von den Jusos und der GHG gestellt. Beide verweisen in ihren Wahlprogrammen auf die Bedeutung der Gleichstellung zwischen Mann und Frau und die Wichtigkeit von Gendern in der Sprache. Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken waren allerdings von scharfer Kritik, sowie Beleidigungen geprägt. Aber ist das nicht in gewisser Weise paradox?

Von über 11.957 Studierenden gingen 2015 grade mal 15% zur Wahl des StuPa und wählten mehrheitlich Parteien, die für diese Werte einstehen, während Parteien mit anderem Fokus ihre Plätze in der Opposition einnahmen. Woher kommt dann die scharfe Kritik am Vorgehen der gewählten Vertreter? Die Erklärung liegt vermutlich an der hohen Anzahl von Nicht-Wählern, die andere Ansichten vertreten.

Kritik ist in demokratischen Systemen nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. Bedeutend ist lediglich die Form der Kritik. Anonym im Internet kann man sich seinen Frust natürlich schnell von der Seele schreiben, auch Plakate oder Flyer von politischen Hochschulgruppen sind schnell mal beschmiert. Allerdings bewirken diese Formen von Kritik recht wenig und laden nicht zum Dialog ein. Die Abgabe deiner Stimme ist die beste Form von Feedback die du den Parteien geben kannst, ob du mit ihrer Arbeit zufrieden bist oder nicht.

Kritik kann natürlich beides sein: Zustimmung oder Ablehnung zu gewissen Standpunkten.

 

Warum also wählen gehen?

Jeder der seine Stimme abgibt hat das Recht sich zu beteiligen. Ohne eine abgegebene Stimme bewirkt Kritik allerdings recht wenig, da die Zusammensetzung der Vertreter nicht aktiv mitbestimmt wurde. Unterstütze die aktuelle Studierendenvertretung oder wähle einen neuen Kurs. Wer dich vertritt liegt ganz allein bei dir!

Also mache am 22.06. dein Kreuzchen bei der Partei, die deine Ansichten und Werte am besten repräsentiert! Gib deine Stimme ab und rede mit!

Du weißt noch nicht wem du deine Stimme geben willst?

http://mat-o-wahl.stuve-unipassau.de/


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