Warum Bernie Sanders den USA gut täte

von am 04.02.2016

Nach einem Schwarzen soll es nun entweder eine Frau oder ein Linker richten: Die Demokratische Partei setzt neue Akzente in der amerikanischen Politik – zum Schrecken der Republikaner, die auf diesen Kurs mit erzkonservativen Kandidaten wie Ted Cruz oder Donald Trump reagieren.

Vor allem der linke und selbst-ernannte „demokratische Sozialist“ Bernie Sanders ist quasi das Gegenteil von Donald Trump: Zwar lehnt er striktere Waffengesetze vehement ab, jedoch plädiert er gegen Studiengebühren und für mehr Steuerabgaben der Unternehmen und Reichen –  wie Donald Trump einer ist.

Der mürrisch wirkende Sanders kommt an, vor allem bei Jungwählern: 70% der Wähler unter 30 Jahre votierten für den 74-järhigen in Iowa. Ausgerechnet für den Mann, der sich selbst mit dem in der USA am meisten gefürchteten Wort bezeichnet: „Sozialist“. Seine Anhänger schätzen an ihm seine ehrliche Art, die für sie stark im Kontrast zur gekünstelten und Wall-Street nahen Hillary Clinton steht. Sanders Präsidentschaft wäre revolutionär, ein Neu-Beginn.

Die USA brüstet sich damit, die am längsten währende Demokratie der Welt zu sein und, in der Tat, waren sie die Pioniere der Demokratie in der Neuzeit. Während in Europa 1789 die französische Revolution tobte, wurde George Washington zum ersten amerikanischen Präsidenten gewählt. Amerikas Zwei-Kammern Demokratie fruchtete, die französischen Modelle wurden 10 Jahre später und viele Tote mehr durch Napoleon beendet. Somit ist die amerikanische Demokratie mehr als 200 Jahre alt – und hat sich bis heute kaum verändert.

Auch ein Bernie Sanders wird das verkrustete System nicht komplett erneuern können, aber er könnte den ebenso stark verwurzelten amerikanischen Liberalismus und „American Way of Life“ etwas eindämmen und höhere Chancen- sowie Bildungsgleichheit schaffen und gleichzeitig die soziale Gerechtigkeit erhöhen. Die Vereinigten Staaten, der Prototyp der freien Marktwirtschaft und des Kapitalismus, sind hochverschuldet und es müssen neue Wege gefunden werden, den Haushalt zu finanzieren. Selbst der Kurs von Obama war bisher zu liberal und Hillary Clinton würde seinen Kurs höchstwahrscheinlich fortsetzen. Der Staat muß aktiv eingriffen um schlimmeres zu verhindern. Dies wird in den USA mit Sozialismus gleichgesetzt – ein Unding, widerspricht er doch sämtlichen amerikanischen Werten und Grundlagen. Doch Bernie Sanders könnte es schaffen. Er könnte einen Kapitalismus mit menschlichen Antlitz in den Vereinigten Staaten etablieren und so ein Stück Humanität an die amerikanische Gesellschaft abgeben. Auch für Europa hätte seine Präsidentschaft Folgen: Sanders lehnt Freihandelsabkommen prinzipiell ab, da dies die Lage der Arbeiter in den USA verschlechtern würde.


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