Studentische Vollversammlung: Zwischen Traum und Realität

von am 22.05.2018

Von Valerie Müller.

 

Die perfekte Welt existiert nicht und wird es auch nie. Dennoch bemüht sich ein jeder, sie wenigstens so vollkommen wie möglich zu gestalten. Gegen Missstände wird rebelliert, Notstände versteckt, Tatsachen schöner geredet, als sie sind. So entsteht eine Scheinwelt, die viele gerne bevorzugen.

Auch an der Universität Passau. Ein Glück aber, dass es noch genug Menschen unter uns gibt, die sich trauen, den Weg aus der Scheinwelt zu wagen. Und das ist auch gut so. Schließlich hat die Universität Passau doch mit einigen Problemen zu kämpfen – das macht selbst die Idylle des Campus nicht mehr wett. Und nachdem im WS 17/18 ein bisschen mehr Studierende als sonst aufgenommen wurden, ist es kein Wunder, dass die Situation sich zuspitzte. Ein Glück für die Studierenden, dass jeder hier eine Stimme hat, wodurch am 16. Mai 2018 eine Vollversammlung, einberufen durch AStA / SprecherInnen-Rat – Uni Passau, stattfinden konnte.

Die Punkte:

  • Bis 2022: höchstens 1,25% mehr Studierende pro Jahr, Zahl der Studierenden des Wintersemesters 17/18 als Ausgangszählpunkt
  • Verwaltungspersonalausbau und ein besseres Betreuungsverhältnis
  • Zweite Stelle für die psychologische Beratung mit Englischkenntnissen, weiblich
  • Kontinuierliche Verbesserung der digitalen Infrastruktur
  • Ausbau der Barrierefreiheit

Während sich der Hörsaal 10 des Audimax füllt, höre ich mich um. Schnell kristallisieren sich drei Gruppen von Studierenden heraus: Die, die Anträge gestellt haben und sich aktiv beteiligen wollen; die, die nur zum Wählen da sind und sonst eher passiv teilnehmen und dann sind noch die vertreten, welche sich auf gute Unterhaltung und Streitgespräche freuen. Natürlich sind auch Kanzler (Herr Dilling) und Präsidentin (Frau Jungwirth) der Hochschule anwesend.

Die oben genannten Punkte werden vorgetragen, anschließend versuchen Kanzler und Präsidentin diese zu entkräften. So weit, so gut, alles nach Plan. Aber halt: Wir leben doch in einer Zeit, in der Frauen das gleiche Recht wie Männer haben! In der es um Emanzipation geht! Um Gendering! Wo sind dann bitte die Verfechter dieser Generation?

Und siehe da, sie melden sich und fordern, dass Männer und Frauen doch bitte abwechselnd sprechen sollen. Ein erstes genervtes Gemurmel rollt durch die Reihen. Forderung mehrheitlich abgelehnt.

Einer der Streitpunkte – Eduroam. Wir kennen es alle. Da sitzt man in der Bib, möchte schnell was recherchieren, doch der Laptop kann sich nicht mal mit dem Wlan verbinden. Herr Dilling verspricht eine Verbesserung der digitalen Infrarstruktur, dies wird allerdings nicht in diesem Semester vollendet sein können. Aber es ist ja nicht nur das Wlan schuld, sondern auch alle Studierenden, die sich mit mehr als einem Gerät einloggen. Laptop, Smartphone, Tablet und ja – auch Smartwatches. Man solle sich doch bitte auf ein Gerät pro Person fokussieren. Ein sehr guter Vorschlag, der noch besser ankommen würde, wenn unsere Präsidentin das nächste Mal ihre Smartwatch nicht demonstrativ am Handgelenk tragen würde.

Was es sonst noch zu berichten gibt?

Das mit dem Wohnraum wird wohl besser werden – mal sehen. Das Platzproblem ist ja laut der Universitätsleitung nicht, bzw. kaum vorhanden, Wlan-Verbesserung hatten wir schon, Barrierefreiheit und Ausbau der psychologischen Stelle wird wohl auch verbessert werden.

Zum Schluss hin wird es dann für all diejenigen interessant, die auf gute Unterhaltung aus sind. Wir haben hier eine junge Frau, die für Gleichberechtigung kämpft und einen jungen Mann, nennen wir ihn mal Der Rebell. Ganz nach dem Motto: „Ich bin dagegen, denn ihr seid dafür“, versucht er jegliche Hoffnungen der Antragstellerin mit seinen Gegenreden zu zerschlagen, vergreift sich aber manchmal ein bisschen im Ton. Was die Forderung von Seiten der jungen Frau nach einem Widerstand gegen das PAG hier zu suchen hat, ist mir bis jetzt allerdings noch unklar, auch wenn sie natürlich damit Recht hat, dass das PAG uns alle etwas angeht und nicht zu akzeptieren ist.

Dafür wurde aber der Antrag auf die quotierte Besetzung des Unirates und das Achten auf Nachhaltigkeit angenommen.

Letztendlich war die Vollversammlung eine langwidrige Angelegenheit, die aber darauf hoffen lässt, dass sich an unserer Universität einiges in Richtung „perfekte Welt“ ändern wird.

 

Die detaillierten Punkte findet ihr hoffentlich bald im Protokoll auf der Website von AStA.

 

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Alle Bilder © Maximilian Huber / CampusCrew Passau e.V.


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