Umweltbundesamt: April 2020 besonders sonnig und trocken

von am 08.05.2020

Frühjahr 2020: Die Böden sind trocken, auf den Wiesen stehen nur noch fahle Grasbüschel und die Menschen tragen T-Shirt und kurze Hose. Wird auch dieses Jahr ein Spitzenreiter bei den Temperaturen und dem Sonnenschein? Das meint das Umweltbundesamt auf CampusCrew-Anfrage.

 

 

Die beiden vergangenen Jahre 2018 und 2019 sind zusammen mit 2014 die wärmsten in Deutschland jemals gemessene Jahre. Auf CampusCrew-Anfrage berichtet Inke Schauser, Wissenschaftlerin des Umweltbundesamt, folgendes:

2018 kann man inzwischen ziemlich klar dem Klimawandel zuschreiben. Diese Häufung von warmen Jahren, das ist ein klares  Zeichen, dass der Klimawandel angekommen ist.
– Inke Schauser, Umweltbundesamt

Dabei ließ in diesem Jahr vor allem der warme, trockene April unsere Böden leiden.

Schauser: Der April 2020 war der absolute Spitzenreiter, was den Sonnenschein angeht. Das bedeutet, es gab sehr sehr schönes Wetter für unsere Verhältnisse. Was aber auch heißt, dass es eine sehr hohe Verdunstung gab und da kommen die beiden Sachen zusammen. Wir haben also hohe Temperaturen, wenig Niederschlag und gleichzeitig eine hohe Verdunstung. Und dadurch erklärt sich dann auch die hohe Trockenheit im Boden. Das heißt, das weniger Wasser was da ist, wird sofort verdunstet, verschwindet und übrig bleibt dieser Staubtrockene Boden. Darin kann dann auch keine Saat mehr keimen, weil kein Wasser da ist.

Keine Saat bedeutet keine Ernte und damit keinen Ertrag für die Landwirte. Wo liegen also die Auswirkungen eines so heißen Jahres und was heißt das konkret für unser Klima und unsere Umwelt?

Dieses veränderte Klima beeinflusst alle unsere Lebensbereiche. Die landwirtschaftlichen Produkte sind nicht gewachsen durch die Trockenheit, die Bäume sind geschädigt worden, es gab sehr viele Waldbrände und auch die Wildpflanzen und Wildtieren müssen sich auf eine andere Umwelt einstellen.

Doch das ist längst nicht alles. Verglichen mit dem vorindustriellen Zeitraum, ist unsere Durchschnittstemperatur bereits um ein Grad angestiegen. Was wenig klingt, bedeutet einen riesigen Unterschied. Modelle der NASA beschreiben einen Temperaturunterschied von vier bis sieben Grad zwischen Eis- und Warmzeit. Unsere Erderwärmung ist daher etwa zehnmal schneller als die Erde früher durchschnittlich brauchte, um sich nach einer Eiszeit wieder aufzuheizen.

 

Autorin: Sarah


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