Tanzen zwischen Baggern und Kränen

von am 28.07.2018

Das Melt Festival lockte dieses Jahr mit einem besonders vielversprechenden Line-Up. Zu den Headlinern gehörten Größen, wie Tyler The Creator, The XX, Nina Kraviz oder Ben Klock.

Entsprechend groß war logischerweise die Vorfreude, das Wochenende vom 13. bis 15. Juli mit einem sorgenfreien Lebensstil auf Ferropolis zu verbringen. Ferropolis ist die Location, an der das Melt seit 1999 mit einer Ausnahme jährlich stattfindet. Früher wurde dort Braunkohle abgebaut – heute wird zwischen den riesigen Baggern und Kränen getanzt. Was die Location noch perfekt macht: Ein riesiger See, der bei den heißen Temperaturen zum baden einlädt. Perfekte Voraussetzungen also, um dem Alltag für ein paar Tage zu entfliehen und einfach nicht an Klausuren, Abgabefristen und sonstige Lästigkeiten des Studentendaseins zu denken.

Wie schon erwähnt, war das Line Up vielversprechend. Beim Melt werden sehr viele Genres abgedeckt und so ist für Fans vieler Musikrichtungen etwas dabei. Es geht also nicht nur um Techno. Ein Highlight war der Headliner Tyler The Creator, der am Freitagabend spielte. Eine Sache die ein bisschen gestört hat war, dass viele Künstler, auf deren Show die Vorfreude besonders groß war, nur relativ kurz gespielt haben.

Eine gute Show war auch die von Yung Hurn, der kurzfristig für Rin eingesprungen ist. Rin hat seinen Auftritt einen Tag vor dem Festival krankheitsbedingt abgesagt. Dass Rin wirklich krank war ist allerdings stark zu bezweifeln. Bei einem Blick auf seine Instagram Stories konnte man Rin einen Tag nach dem Melt in New York City rumlaufen sehen. Wir werden den wahren Grund für seine Absage wahrscheinlich nie erfahren.

Jedenfalls wurde mit Yung Hurn ein würdiger Ersatz im Line Up gefunden. Eine lustige Sache während seiner Show war, dass er einen stark alkoholisierten (in anderen Worten extrem besoffenen) Fan auf die Bühne holte.

Falls ihr die Szenen mit dem besoffenen Fan anschauen wollt, ist das Konzert hier abrufbar (https://www.arte.tv/de/videos/081618-018-A/yung-hurn-melt-festival-2018/). Es wurden auch noch mehr Konzerte von Arte gefilmt und sind noch in der Mediathek verfügbar.

Der Campingplatz auf dem Melt war ganz schön, aber auch nicht wirklich besonders. Man ist es ja von Festivals eigentlich gewohnt, dass man die lustigsten Begegnungen hat und alle 20 Meter zu einem Flunkyball Turnier herausgefordert wird. Das war jetzt auf dem Melt nicht wirklich der Fall. Auf dem Campingplatz ging es eher entspannter zu.

Wenn man sich die Festivalbesucher genauer anschaute, war man sich manchmal aber auch nicht ganz sicher, ob man sich gerade wirklich auf einem Campingplatz befindet oder bei der Eröffnung eines neuen Supreme Stores. Der richtige Style ist jedenfalls anscheinend eine wichtige Sache bei den den Melt Besuchern.

Das Melt ist ein ziemlich gutes und entspanntes Festival. Alles ist gut organisiert, die Leute sind sympahisch und die Location ist einfach unschlagbar.

Das Melt 2019 findet vom 19. bis 21 Juli statt.

Titelbild: © Stephan Flad


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