Passau erneut Schlusslicht bei Fahrradfreundlichkeit

von am 02.04.2021

Laut einer Studie des ADFC ist Passau erneut Schlusslicht bei der Fahrradfreundlichkeit. In keiner anderen gleichgroßen Stadt in Bayern sind die Befragten so unzufrieden mit der Rad-Infrastruktur wie in Passau. Die Stadtverwaltung argumentiert dagegen, dass in den letzten Jahren zahlreiche Maßnahmen umgesetzt worden seien.

 

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) wollte erneut wissen, wie zufrieden die Radfahrer*innen mit den Radwegen sind, wie sicher sie sich fühlen oder ob genug gegen das Parken auf Radwegen und Radfahrstreifen unternommen wird. Dafür wurden insgesamt 230.000 Bürgerinnen und Bürger befragt, das sind rund 60.000 Personen mehr als 2018. Insgesamt 1.024 Städte und Gemeinden wurden bewertet (2018: 683) – auch Passau. Für die Universitätsstadt gab es 128 ausgefüllte Fragebögen, ein eher geringer Wert. Zum Vergleich: Im nicht viel größeren Schweinfurt nahmen 321 Personen teil, in Rosenheim 277 und in Bamberg sogar 521.

Passau: Letzter Platz in Bayern

In dem aktuellen ADFC-Fahrradklima-Test erreicht Passau nur eine Gesamtnote von 4,48 und landet damit auf Platz 101 von insgesamt 110 deutschen Städten in der Größe von 50.000 bis 100.000 Einwohnern. Im Vergleich mit anderen bayerischen Städten in dieser Größenklasse liegt Passau sogar auf dem letzten Platz. Bei der letzten ADFC-Studie vor zwei Jahren erhielt die Drei-Flüsse-Stadt eine Gesamtnote von 4,53, sodass es inzwischen also nach Meinung der Befragten eine kleine Verbesserung gab.

Baustellen, ÖPNV und Ampeln als größte Hindernisse

Radeln in Passau ist alleine schon wegen der Topographie nicht einfach – die Radfahrenden stört aber noch wesentlich mehr. Insgesamt wurde bei der Befragung die Meinung zu 27 Werten erhoben. Die Antwort erfolgte dabei in Schulnoten von eins bis sechs. Als besonders schlecht wird in Passau die Fahrradmitnahme im Öffentlichen Verkehr eingestuft (Note 5,6). Weitere Problemstellen sehen die Teilnehmenden der Studie bei der Ampelschaltungen für Radfahrende (Note 5,2) und bei der Verkehrsführung an Baustellen (Note 5,1). Dies waren bereits beim letzten Fahrradklimatest vor zwei Jahren die am schlechtesten bewerteten Punkte. Gelobt von den Befragten wurde die Wegweisung für Radfahrer (Note 3,5) in Passau, was auch an dem Ausgangspunkt für den vielbefahrenen Donauradweg nach Wien liegen dürfte. Ebenfalls gute Noten kann der Punkt „geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung“ (Note 2,7) aufweisen.

Stadt Passau zählt Verbesserungsmaßnahmen auf

Auf CampusCrew Anfrage teilt die Stadtverwaltung mit, dass manche Themenbereiche in Passau aufgrund der schwierigen Topografie nicht umsetzbar seien. Andere Projekte entsprächen nicht der Zielsetzung der Stadt. Um die Infrastruktur zu verbessern, seien außerdem zahlreiche Maßnahmen in den letzten Jahren umgesetzt worden. So sei die Innenstadtdurchfahrung für Radfahrende optimiert worden, es gäbe neue beziehungsweise mehr Radparkplätze und die Innbrückgasse wurde als verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesen.

Das Fahrrad spielt nicht nur als beliebtes Freizeit-Gefährt eine immer wichtigere Rolle sondern es gewinnt auch als alternatives Fortbewegungsmittel neben dem Auto und dem öffentlichen Personennahverkehr immer mehr an Bedeutung (…). Natürlich brauchen die Radfahrer auch eine gute Infrastruktur.
– Stadt Passau auf CampusCrew-Anfrage

Die Stadt Passau berichtet auf CampusCrew Anfrage außerdem, dass die Gesamtbewertung des diesjährigen ADFC-Fahrrad-Klimatest in etwa gleich geblieben sei im Vergleich zu den Vorjahren. Es gab also immerhin keine Verschlechterung.

 

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist nach eigenen Angaben die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit. Die komplette Studie gibt es hier zum Download (pdf)

 


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