Mit Kreide ein Zeichen setzen – gegen sexuelle Belästigung

von am 31.05.2020

Von Annette Benner

Passau’s Straßen sind in den letzten Wochen immer bunt. “Du bist meine Beute. Ich weiß wo Du wohnst und werde Dich finden”, steht zum Beispiel in pinker Kreide auf dem Boden. Im Interview erzählen die Studentinnen Hannah und Miri  wie sie mit Kreide und Instagram auf sexuelle Belästigung im öffentlichen Raum aufmerksam machen.

 

Foto: @catcallsofpassau, Innpromenade

“Catcallsof“ ist eine soziale Bewegung, die ihren Ursprung in New York hat und sich von dort auf viele Städte auf der ganzen Welt ausgebreitet hat. Im Zuge dieser Bewegung gehen Menschen auf die Straße, um unhöfliche, unangemessene und oftmals auf den Körper des Opfers bezogene Kommentare anzukreiden. In den meisten Fällen werden Frauen zum Opfer dieser Art von sexueller Belästigung im öffentlichen Raum.

Catcallsof kreidet jetzt auch in Passau an

 

Hannah (links) und Miri (rechts) von @catcallsofpassau


Hannah und Miri wurden selbst mehrfach Opfer von Catcalls und haben deswegen beschlossen, ein Zeichen zu setzen. Mit dem Instagram-Account @Catcallsofpassau wollen sie darauf aufmerksam machen, dass Catcalls überall – auch in schönen Kleinstädten wie Passau – passieren. Im Interview haben uns die beiden Studentinnen erzählt, woher die Idee für den Account kam, was ihnen passiert ist und was sie mit dem Account bewirken wollen.

 

 

“Bleibt nicht alleine mit der Erfahrung, sucht euch erstmal jemanden, mit dem ihr darüber sprechen könnt. Dann schreibt uns gerne eine Nachricht und wir geben euch eine Stimme auf der Straße und wir kreiden das gemeinsam an.“ Hannah und Miri wollen Opfern von Catcalls eine Stimme geben – in der Hoffnung, auch TäterInnen zum Nachdenken anzuregen. Doch wie genau funktioniert das mit dem Ankreiden?

Wie kann man Catcalls ankreiden lassen?

“Man schreibt uns eigentlich einfach nur eine Nachricht auf Instagram, erzählt ausführlich das, was man erlebt hat. Wir fassen das dann meistens in ein bis zwei Sätzen zusammen und schreiben es an der Stelle, an der es derjenigen Person passiert ist, auf die Straße. Das heißt, man braucht überhaupt keine Kreide und muss überhaupt nichts machen, man muss uns wirklich nur eine Nachricht schreiben“, erklärt Hannah.

 

 


Kommentare

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.


Campus Crew Passau

Jetzt läuft
TITLE
ARTIST