Lockdown und Home-Office, Klimawandel, Terror, soziale Medien: Die Generation der Jahrgänge von 1997 bis 2012 gilt als die am stärksten depressive. Von dieser Gen Z haben sich aufgrund ihrer Probleme schon 36 Prozent in Therapie begeben. Auch Musiker*innen verarbeiten das Thema Mental Health in ihren Werken. Zwei Stunden lang geht es im heutigen CampusCrew-Lauschrausch um die psychische Gesundheit.

Von Chiara und Momo

Corona: Home-Office und Einsamkeit

Wir alle hatten und haben mit der Corona-Einsamkeit zu kämpfen. Vor allem die tristen Wintertage während der harten Lockdowns förderten dieses bedrückende Gefühl. Wir waren isoliert von Freunden und Familie, mussten zur Sperrstunde zuhause sein, haben Feiertage und Geburtstage nicht mit unseren Liebsten verbracht. An niemanden wird diese Zeit spurlos vorbei gegangen sein und vor allem nicht an unserer Psyche. Jede*r von uns war vielleicht schon vor der Pandemie mal einsam oder allein. Doch die Einsamkeit während der Pandemie hat Dimensionen angenommen, die wohl noch keine*r von uns so kannte. Man saß den ganzen Tag im Home-Office oder arbeitete sich durch Online-Vorlesungen und erst abends fiel einem auf, dass man heute noch mit keinem “realen” Menschen gesprochen hat. Vielleicht war diese Art der Einsamkeit auch anders, weil uns keine Wahl geblieben ist. Wir mussten uns isolieren, Kontakte beschränken und Abstand halten, um die Zahlen einzudämmen und nicht noch mehr Menschen sterben. Doch die Frustration über das Alleinsein blieb. Diese lange Isolation hat natürlich Auswirkungen auf unsere mentale Gesundheit und hat vielleicht auch dazu beigetragen mehr darauf zu achten.

Vor allem junge Menschen leiden

Vor allem die Psyche junger Menschen hat unter dem Lockdown gelitten. Kinder durften nicht in Kitas oder Schulen, durften all ihre Freunde nicht sehen und wurden irgendwie zwischen Home Office und Haushalt betreut. Laut einer Befragung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf haben vor allem bei Kindern Sorge, Ängste und depressive Symptome verstärkt zugenommen. Mehr als 70 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen fühlen sich durch die Pandemie seelisch belastet. Das Risiko für psychische Auffälligkeiten lag vor der Krise bei 18 Prozent. Während der Coronapandemie ist es auf 31 Prozent angestiegen und hat sich damit fast verdoppelt. Es treten auch vermehrt psychosomatische Folgen auf wie Gereiztheit, Probleme beim Einschlafen, Magen- oder Kopfschmerzen und Niedergeschlagenheit. Besonders Kinder aus soziale schwächeren Familien sind aufgrund mangelnder Rückzugsmöglichkeiten und fehlende Tagesabläufe davon betroffen.

Gen Z gilt am stärksten depressiv

Doch vor allem die junge Generation Z hat ein sensibles Bewusstsein für psychische Krankheiten und Belastungen entwickelt. Sie haben weniger Hemmung sich darüber zu informieren und offen darüber zu sprechen. Laut einer Studie der Western Governors University (2019) glaubt nicht einmal die Hälfte der Gen Z’s (45 Prozent) eine stabile mentale Gesundheit zu haben. Die Generation gilt als die am stärksten depressive. Als Gen Z gelten grob alle, die zwischen 1997 und 2012 geboren werden. Junge Menschen müssen mit vielen verschiedenen Umständen groß werden: Massenerschießungen, terroristische Anschläge, soziale Medien, wachsende Bedrohung der Klimakrise, politische Unruhen und der globalen Corona-Pandemie. 36 Prozent der Gen Z haben sich aufgrund ihrer Probleme in Therapie begeben. Bei den Millennials (~ Jahrgänge 1981-96) sind es nur 26 Prozent und bei den Baby Boomer (~ Jahrgänge 1946-64) 22 Prozent. Gen Z fällt es auch deutlich einfach darüber zu sprechen, weil sie weniger Angst vor einer Stigmatisierung haben. Dazu haben wohl auch einige Vorbilder dieser Generation beigetragen, die offen über ihre mentale Gesundheit gesprochen haben. Sei es Emma Chamberlain in ihren YouTube-Vlogs oder Billie Eilish.

„I look into the crowd and I see every single person in there is going through something. And I have the same problem“
erklärt die Sängerin in dem Trailer zu ihrer Doku “The world’s a little blurry”

Entstigmatisierung durch Musik

Auch deutsche Artists besingen wie Casper oder Haftbefehl psychische Probleme und helfen uns alle bei der Entstigmatisierung und Normalisierung dieses Themas. Erst vor ein paar Wochen veröffentlichten die Leoniden ihren Song “Blue Hour”, in dem der Frontsänger Jakob Amr seine Panikattacken verarbeitet. Diese und weitere Song rund um das Thema mental health haben wir für euch in einer Playlist zusammengefasst.

 

 

Falls es dir nicht gut geht und du Hilfe brauchst, gibt es auch an der Uni einige Anlaufstellen:

Tipps zum digitalen Semester: https://www.uni-passau.de/studium/waehrend-des-studiums/tipps-fuer-ihr-digitales-semester/

Soziale Beratungsangebote der Uni Passau: https://www.uni-passau.de/coronavirus/soziales-digital/

Allgemeine Beratungsstellen: https://www.uni-passau.de/studium/service-und-beratung/

Oder wende dich an allgemeine Anlaufstellen und Hilfenummern:

Nummer gegen Kummer: 0800 111 0 550
(Telefonische Beratung, montags bis freitags von 9 bis 17 Uhr, dienstags und donnerstags bis 19 Uhr. Anonym und kostenlos in ganz Deutschland)

 


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