Kommentar: Jana aus Kassel & die Querdenker

von am 26.11.2020

Ein Kommentar von Chiara.

 

 

“Hallo ich bin Jana aus Kassel und ich fühle mich wie Sophie Scholl”, so beginnt die 22-jährige ihre Rede auf einer „Querdenker“-Demonstration in Hannover. Ein Ordner tritt an die Bühne und protestiert gegen ihre Aussage. Das Unverständnis ist der jungen Frau ins Gesicht geschrieben: Sie fängt an zu weinen, wirft ihr Mikro samt Rede auf den Boden und verlässt die Bühne. Über Nacht wurde diese Szene viral.

Ich bin schockiert

Bei allen Witzen und Sticheleien gegen Jana, bin ich nur noch schockiert. Schockiert über ihr Unverständnis, ihr fehlendes Geschichtswissen und vor allem über diese gnadenlose Rücksichtslosigkeit. Sie spricht davon immer für die Liebe und Freiheit zu kämpfen.
Ich frage mich, von welcher Freiheit sie spricht. Denn während “Querdenker” mit rechtsextremen Nazis und Holocaustleugnern auf den Straßen demonstrieren, ist der Rest von uns immer noch zu Hause im Lockdown. Risikogruppen verlassen kaum das Haus, Senioren dürfen nur noch einen Besucher empfangen und Musiker und Gastronomen gehen bankrott. Wir verzichten auf Umarmungen, soziale Kontakte, Besuche bei Oma und Opa. Wir verzichten auf Liebe, um die Schwachen zu schützen – auch genannt Zivilgesellschaft. Also für welche Freiheit kämpfst du Jana? Nicht für meine – so viel kann ich sagen.

Du kämpfst nicht für meine Freiheit

Und wer vielleicht hofft, dass Jana aus Kassel über die Zurechtweisung des unbekannten Ordners reflektiert, den muss ich leider enttäuschen. Die vermeintliche Widerstandskämpferin hat ihre wirre Rede bei einem zweiten Anlauf am Ende doch noch gehalten.

 


 

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