Interview: Hazel the Nut

von am 03.10.2019

Hazel the Nut machen Pop-Punk, sprechen Fränkisch und haben Bands wie Blink 182, Green Day und Sum 41 zum Vorbild. Hazel the Nut entstand 2012 aus einer Bier-Idee heraus und hält sich bis heute hartnäckig. Vor ihrem Konzert in Passau im Zauberberg, am 02. Oktober 2019, trafen wir Sebastian (Vocals, Guitar) und Philipp (Drums) auf ein Interview an.

Eure größten Auftritte hattet ihr als Supportband vor SDP und Manfred Man’s Earth Band. Welche Erfahrungen habt ihr hierbei gemacht? Gab es Schwierigkeiten seitens des Publikums, das eure Musik nicht hören wollte?
Sebastian Das SDP-Konzert – das war auch das größte Konzert, das wir spielen durften – da hatten wir natürlich das Gefühl, dass die Fans nicht wegen uns da waren, aber ich mein, es war egal. Da waren 9.000 Leute da und von diesen 9.000 Leuten haben vorne – das war abgetrennt – 1.000 Leute mindestens mitgemacht und das war genauso geil und hat Spaß gemacht. Bei Manfred Man’s Earth Band – man muss dazu sagen, eigentlich haben wir sie gar nicht so viel gesehen. Beim Soundcheck mal und an dem Tag hatte der Sänger auch Geburtstag. Die haben sogar eine Torte springen lassen im Backstage-Bereich, aber wir durften leider nur die Reste essen.

Ihr bezeichnet eure Musik als Pop-Punk. Punk entstand ja ursprünglich aus einer Bewegung, die gegen das System war. Ich finde nicht, dass man das in euren Texten hört. Welche Themen sind Mittelpunkt eurer Texte?
Sebastian Eigentlich sprechen wir eher Themen an, die uns beschäftigen. Thema Frauen natürlich, Themen, auch mal nein zu sagen, Themen darüber, dass man den eigenen Chef oftmals nicht so mag. Sich auch mal Zeit nehmen im Leben. Also Sachen die uns berühren, das sind die Aufhänger.

Wenn ihr über das schreibt, was euch berührt, habt ihr dann auch das Ziel, andere damit zu berühren, etwas beim Publikum bewirken zu wollen?
Sebastian Man hört manchmal so im Nachgang, wenn Leute unsere CD anhören, ah der und der Text… Zum Beispiel Kill the Boss – da hat mich zum Beispiel schon mal mein Chef drauf angesprochen, was denn nun dahinter steckt. Es ist schon so, dass die Leute ein bisschen drüber nachdenken, ich weiß aber nicht, ob sie das so tiefgründig tun.

Ihr habt mal an einem Bandaustausch mit der schwedischen Stadt Umeâ teilgenommen. Welche Erfahrungen konntet ihr hier mitnehmen?
Sebastian Zum einen war’s arschkalt, erste Erfahrung. Zum zweiten ist Alkohol ein bisschen tabu in Schweden, also auf dem ersten Blick, auf dem zweiten Blick trinken die schon gern.
Philipp Die trinken gerne, aber das Problem ist, dass Alkohol das vierfache, fünfache dort kostet. Aber wir waren natürlich so schlau und haben in unserem Reisegepäck was mitgebracht. Also ich hatte ein 5L -Fässchen Bier mit dabei. Das kostet bei uns ja so 10€, 15€. In Schweden haben wir das auf den Tisch gestellt als kleines Geschenk und für die war das so wie wenn man da was für 100€ auf den Tisch stellt.
Sebastian Und sonst haben wir Bands uns gegenseitig kennen gelernt, haben geschaut wie die so arbeiten und ich muss echt sagen, es war sehr ähnlich.
Philipp Es war eine Hardrockband noch dabei und eine Singer-Songwriterin, ganz gefühlvoll allein mit Gitarre, also ganz andere Musikrichtungen. Aber menschlich hat das top gepasst und wir haben uns dann ausgetauscht.
Sebastian Und wir haben mit der Singer-Songwriterin einen Song gemacht sogar. Das ist auch bei dem Austausch entstanden. Wir waren da währenddessen in der Albumproduktion unseres zweiten Albums und dann haben wir uns gedacht, irgendwie wäre es geil, wenn wir da noch jemanden mit dabei hätten. Dann haben wir die Magda Andersson, so hieß sie, gefragt und sie war dabei. Als der Bandaustausch dann in Deutschland war, haben wir sie zu uns ins Studio geholt.

 

 

Nun erlebt man als Band so einiges –  von welchen komischen Erlebnisse könnt ihr erzählen?
Sebastian Wir haben dieses Jahr in Bad Nauheim bei Frankfurt gespielt. Am Ende der Show machen wir immer einen Verabschiedungsmove und da haben wir dabei fast die ganze Bühne mit abgeräumt, da das Kabel des Bassisten an den Mikrofon-Ständern hängen geblieben ist.
Philipp Mir fällt auch noch etwas ein. Da waren wir in so einem kleinen Kellerraum, die Bühne war, naja, vielleicht fünf mal zwei Meter, aber es war keine wirkliche Bühne. Zu später Stunde ging es dann ziemlich heiß her und beim Pogen ist einer von unseren Fans in mein Schlagzeug reingefallen. Er hat mich kurz angeschaut, ein Auge zu, total voll, hat mich kurz angegrinst, wieder aufgestanden und zurück zum pogen.
Sebastian Und auf die Zähne muss man aufpassen, weil Mikros gerne an die Zähne geschlagen werden. Da verliert man auch mal einen Zahn.

Hast du das schon mal erlebt?
Sebastian Ja. Ganz kurz: Ja.
Philipp Während der Bandprobe passiert.
Sebastian Ähm ja. Ich wollte noch was anderes hinzufügen!
Philipp Jaja, du kannst die Geschichte schon weitererzählen!
Sebastian Nein nein nein!

Wir kommen da später nochmal darauf zurück.
Sebastian Jaaa genau. Ja wir sind ja aus der Würzburger Gegend, da gibt es einen kleinen Vorort und wir haben da die höchste Fanpopulation. Und wenn wir da spielen, schmettern die uns immer unsere eigenen Songtexte entgegen, da kriegste fast selbst Gänsehaut. Die sind schon richtig textsicher, das macht mega Bock.

Kehren wir mal zur Zahngeschichte zurück…
Sebastian Ok, das ist eigentlich ganz simple. Wir hatten Bandprobe und der Mikrofonständer stand auf einem Kabel, sodass er etwas kippen konnte und ja, dann geht man so ab und macht halt und dann bin ich so vorne drauf gesappt und das Mikro kam mir entgegen. Ich sing ja auch, ich mein da biste ja eh ziemlich nah. Und da kriegste halt volles Brett das Mikro ins Gesicht, so schnell hab ich gar nicht geguckt, so ging das rein. Zack, Zahn abgebrochen, ein Stück davorn. Den hab ich dann im Mund gehabt, ausgespuckt – die Bandprobe war sehr interessant.
Philipp Ich glaube wir haben noch zwei Lieder gemacht und dann abgebrochen, weil wir ihn nur verarscht haben, da er dauernd gelispelt hat und jedes Mal wenn er
gelacht hat, so dumm aussah.

Wenn ihr die Möglichkeit hättet, irgendwo auf der Welt spielen zu können, wo wäre das?
Sebastian USA, Kalifornien. Die Musikrichtung, die wir spielen, kommt ja auch aus der Ecke und ich glaube, es gibt nichts Schöneres, als da zu spielen.

Und wenn ihr Filmmusik schreiben müsstet, für welchen Film wäre das?
Philipp Pocahontas.
Sebastian American Pie.

Warum Pocahontas?
Philipp Das stelle ich mir gerade so idyllisch vor, wenn die mit ihrem Kanu durch die Gegend schippern und wir dazu einen fetzigen Pop-Punk-Song schrieben.
Sebastian Damit sie noch im Takt paddeln, ne …

 

Ob der Sound von Hazel the Nut wirklich zu Pocahontas passen würde – wer weiß. Rockig war er auf jeden Fall und wer schwitzend, ausgepowert und glücklich den
Club verlassen möchte, ist bei einem Konzert der Jungs genau richtig. Am 15. November könnt ihr sie noch einmal live erleben, im b-hof in Würzburg.

 


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