Glücksgefühle trotz Wolkenbrüchen – So war das Trägertal Live!

von am 25.06.2019

Das Trägertal Live feierte an Fronleichnam seine Premiere, nachdem am vergangenen Samstag bereits zum siebten Mal der „große Bruder“, der Tanz im Trägertal, stattgefunden hat. Bei dem Live-Open-Air waren Künstler aus den Genres Indie, Funk, Pop, Elektro und Alternative zu finden. Nur der Regen bedrohte den Erfolg des Festivals, doch das störte Bands, Veranstalter und die rund 700 Besucher wenig.

Franc Moody sind schuld. Die britische Band betrat am Donnerstagabend die Bühne mit den Worten „Sorry, wir haben das Wetter mitgebracht“. Übel nahm das den Londonern niemand, denn wer jetzt noch da war, hatte sich mit durchnässten Klamotten bereits angefreundet und freute sich auf den Headliner. Und der entschädigte für das Mitbringsel von der Insel mit einer mitreißenden Show. Dass es überhaupt so weit kommen konnte, war zwischenzeitlich völlig unklar. Doch von Anfang an.

Von Picknickdecken auf die Tanzfläche

Es war alles angerichtet für den krönenden Abschluss der Trägertal-Woche. Nach dem Tanz im Trägertal am Samstag und weiteren Events wie einer Lesung und einem Nachbarschaftsgrillen freuten sich die Veranstalter besonders auf den Donnerstag. Sechs Bands aus Bayern, Großbritannien und den USA waren eingeladen, den Auftakt machten Pauli and the Komets. Das sympathische Trio aus Regensburg begleitete am frühen Nachmittag die ersten Besucher im Trägertal mit ruhigem Pop und Alternative. Dabei durfte noch auf der mitgebrachten Decke entspannt und das Ambiente der Waldlichtung genossen werden. Danach ging es ab ins Paradiso. Die Passauer Band nutzte ihren Heimvorteil und so wurden die Decken und Besucher immer mehr. In ihren poppigen Liedern ging es um große Gefühle und kleine Probleme. Bei strahlendem Sonnenschein betraten gegen 17.00 Uhr dann SAMT die Bühne. Mit den Münchnern wurde der Sound nun elektrischer. Synthies, Gitarren und Drums klangen durch das Gelände an der Ilzleite. Und das zog auch die ersten Besucher auf die Tanzfläche. Nach dem Auftritt war die Band glücklich: „Als wir heute früh aus München losgefahren sind, sah es so aus, als ob wir heute im Regen spielen würden“. Doch noch blieb es trocken.

Moshpit, Stromausfall und Dopamin

Für das erste Ausrufezeichen sorgte dann eine weitere Münchner Band, Matija, die bereits im Februar im Passauer Zauberberg gastierte. Vielleicht lag es daran oder einfach an dem tanzbaren Indie mit elektronischen Einflüssen, doch auf jeden Fall stand jetzt eine große Menschenmasse vor der Bühne. Hier war für alle etwas dabei: neben ruhigen Liebesliedern ging es auch ordentlich zur Sache und der erste Moshpit war zu sehen. Zudem faszinierte Frontmann Matt Kovac mit einer E-Flöte. Als erste Regentropfen fielen, unterbrach Organisator Felix Fuchs den Auftritt kurz und versprach: „Wir machen weiter!“. Pünktlich nach Erklingen der letzten Akkorde war es dann aber unabwendbar und es goss aus Kübeln. Doch die Veranstalter gaben sich nicht geschlagen, sondern stellten Pavillons und Zelte auf, verteilten Müllsäcke und Regencapes und versorgten die tanzbegeisterte Menge mit großen Planen, unter denen die Zuschauer Schutz suchten.

Gänzlich unbeeindruckt vom Dauerregen war Life on Planets, der mit den inzwischen klatschnassen Besuchern eine große Party feierte. Als One-Man-Show begleitete er sich und seine E-Gitarre mit computergenerierten Loops, holte Zuschauer auf die Bühne und ließ sich auch nicht stören, als der Strom auf der Bühne zweimal ausfiel. Für trockene Klamotten sorgte während des Auftritts das Trägertal-Team, das die Reste des Kleidertausches vom Dienstag in die Menge warf. Doch trotzdem befürchteten einige Besucher immer noch den Abbruch des Open-Airs. Doch als Fuchs nach dem Auftritt in Anlehnung an Falcos Donauinsel-Konzert verkündete „Der Regen macht uns gar nichts aus“, war der Jubel groß. Nun legte der Headliner Franc Moody los. Die sechsköpfige Band um die Frontmänner Ned Franc und Jon Moody begeisterte mit einer spannenden Mischung aus Funk, Pop und Disco. Bei ihrem ersten Auftritt überhaupt in Deutschland stießen die Briten auf ein textsicheres Publikum, das bei Songs wie „Dopamine“ einige der gleichnamigen Glückshormone versprühte.

Nach der Zugabe durften sich die Veranstalter Felix Fuchs und Fabian Träger noch vom Publikum gegen 23.30 Uhr feiern lassen. „Wie sollen wir das im nächsten Jahr noch toppen?“, rief Fuchs. Diese Frage muss erst noch geklärt werden, doch mit dem Geist vom Donnerstag beflügelt wird auch das nächste Event im Trägertal ein Erfolg.


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