Deutscher Indietronik aus Kassel: FULLAX im CampusCrew-Interview

von am 11.01.2022

Schon fast zehn Jahre machen Julian Giese (Gesang, Gitarre, Synth) und Jonas Hoppe (Schlagzeug) gemeinsam Musik. Bereits 2012 gründeten sie zusammen das Deutschpop-Duo FULLAX und versorgen uns seither immer wieder mit neuer, außergewöhnlicher Musik. 2020 veröffentlichten die Musiker dann endlich ihr Debüt-Album „Dann Dann Dann“ mit elf Songs im Indie-Synth-Pop-Stil.

Im Campus-Crew-Interview sprechen wir mit Julian und Jonas über ihre letzte Tour, spannende Features und die negativen Seiten des Musikbusiness.

von Jule Stollberg

Vom Faulenzer zum Musik-Allrounder

Der Name „FULLAX“ kommt eigentlich aus dem alt-hessischen und ist eine Umschreibung für eine eher unmotivierte, nicht gerade produktive Person, die ihre Aufgaben gerne mal beiseiteschiebt. Auf gut Deutsch gesagt, ist FULLAX also eine andere Bezeichnung für das Wort „Faulenzer“. „So hat mich meine Oma immer genannt“, erklärt Julian schmunzelnd.

Als faul kann man die beiden Musiker heute auf jeden Fall nicht bezeichnen. Ganz im Gegenteil: Wenn es um die Musik geht, nehmen FULLAX die Dinge am liebsten selbst in die Hand. „Uns ist das große Ganze superwichtig, deshalb wollen wir da gerne mitreden“, erklären sie. So kommt es, dass sich die Künstler ihre Singles und Alben vom Songwriting, übers Producing bis hin zum Musikvideo immer selbst erarbeiten.

Tanzbarer Indie-Pop trifft auf Elektro-Synth

FULLAX machen also ihr eigenes Ding – und das ziemlich gut. Inspiriert durch internationale Acts wie Phoenix und The Wombats überzeugen sie musikalisch mit einer Mischung aus sphärischem Indie-Pop und treibenden Elektro-Synth-Sounds. Thematisch beziehen sich die Musiker in ihren Songs dabei auf all die Dingen, die sie gerade so beschäftigen. So auch in ihrem Song „Brauner Fluss“, der ebenfalls Teil ihres ersten Albums ist.

Darin besingt Julian eine Person, die politisch einen eher begrenzten Horizont zu haben scheint. „Oh, dein dämlicher Blick / Verändert sich nicht / Und dein Horizont / Endet da beim braunen Fluss“, heißt es im Refrain des Songs. Geradezu metaphorisch beschreibt der Musiker, wie schwierig es sein kann, mit jemanden zu diskutieren, der politisch ein starres, beschränktes Weltbild vertritt. So kommt der Sänger am Ende des Songs zu dem Fazit, dass eine Diskussion in manchen Fällen einfach sinnlos zu sein scheint. „Weil ich weiß, das ist sinnlos / Weil ich weiß, dass es eh nichts bringt.“, stellt er in den letzten Zeilen fest.

Ähnlich reflektiert geben sich FULLAX auch in ihrer letzten Veröffentlichung „Wir haben nichts mehr zu verlieren“ gemeinsam mit der Berliner Pop-Rock-Band Kalthauser. Darin werfen die Künstler einen kritischen Blick auf das Musikbusiness, in dem man sich immer wieder aufs Neue beweisen muss, wobei das eigene Durchhaltevermögen wiederholt auf die Probe gestellt wird.

https://www.youtube.com/watch?v=4DqJHZeZOYQ

Man will irgendwo hin, aber man schafft es dann nicht. […] Man macht sich abhängig von Meinungen. Irgendwann ist man an einem Punkt, an dem man sich davon ablöst und sagt „Mir ist es egal, was andere von meiner Musik denken“ Man macht einfach so sein Ding.“

In „Wir haben nichts mehr zu verlieren“ beschließen sie daher, sich von den Zwängen anderer zu befreien und sich selbst zu verwirklichen.

Von welchen Erfahrungen Jonas und Julian noch so berichten können, welche Hör-Empfehlung die Beiden für euch bereithalten und vieles mehr erfahrt ihr im CampusCrew im Magazin am 12.01 um 20 Uhr oder auf unserem Spotify-Kanal.

 


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