Fahrradfreundlichkeit: So schlecht ist Passau

von am 10.04.2019

Der ADFC hat in einer Online-Befragung ermittelt, wie gerne die Bewohner*innen in ihrer Stadt mit dem Fahrrad fahren. Das Ergebnis für Passau fällt ernüchternd aus.

 

Bereits zum achten Mal wollte der Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) wissen, wie zufrieden die Radfahrer*innen mit den Radwegen sind, wie sicher sie sich fühlen und auch wie die gut die Fahrradmitnahme in Bus und Co funktioniert. Insgesamt haben sich 170.000 Bürgerinnen und Bürger an der Umfrage beteiligt und 683 Städte und Gemeinden bewertet – auch Passau. Die Universitätsstadt wurde von 91 Teilnehmer*innen bewertet, ein eher geringer Wert. Zum Vergleich: Im nicht viel größeren Schweinfurt nahmen 248 Personen teil, in Bamberg sogar 414.

Passau: Letzter Platz in Bayern

Passau bekommt von den Befragten die Note 4,53 und ist damit auf dem letzten Platz der Städte mit 50.000 bis 100.000 in Bayern. Auch im bundesweiten Vergleich rangiert Passau besonders weit hinten, nur in fünf anderen Städten der gleichen Größenordnung fühlen sich die Radler*innen noch unwohler.

Schlechte Wege und Ärger mit Autos

Radeln in Passau ist alleine schon wegen der Topographie nicht einfach – die Radfahrer*innen stört aber noch wesentlich mehr. Insgesamt wurden 27 Werte abgefragt. Die Fahrradmitnahme im Öffentlichen Verkehr, der Zustand der Wege und Konflikte mit Autofahrer*innen wurden von den Befragten dabei als besonders problematisch eingestuft. Den besten Wert erhält die Stadt in der Kategorie “geöffnete Einbahnstraßen in Gegenrichtung” (Note 2,9). Desweiteren wird die Kontrolle von Falschparker*innen auf Radwegen besser bewertet als beim der letzten ADFC Fahrradklimatest vor zwei Jahren (Note 4,5) – die Ergebnisse aller anderen Fragen haben sich leicht, teilweise sogar stark verschlechtert. Auch die Infrastruktur des Radverkehrsnetz wird nur mit 4,0 bewertet, obwohl in Passau nicht nur Alltagsradler*innen unterwegs sind, sondern die Drei-Flüsse-Stadt auch Ausgangspunkt für den vielbefahrenen Donauradweg nach Wien ist. Im Sommer vergangenes Jahres wurde als letztes großes Projekt ein Radfahrschutzstreifen (eine weiße gestrichelte Linie auf der Fahrbahn) auf die Neuburger Straße auf Höhe der AOK gepinselt.

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ADFC: “Studie aussagekräftig”

Laut AFDC sind die Ergebnisse der Studie aussagekräftig, denn 74 Prozent der Teilnehmer*innen fahren täglich Rad und würden daher die Bedingungen vor Ort genau kennen – ebenso aber auch die Perspektive der Autofahrer*innen, denn 75 Prozent haben ein Pkw zur Verfügung, so der ADFC. Die Note für die Fahrradfreundlichkeit in allen untersuchten Orten sank zusammengerechnet von 3,81 (2016) auf 3,93.

Damit ist das Radklima in Deutschland nur ausreichend. Auch das Sicherheitsgefühl hat sich (Note 4,16) verschlechtert. – ADFC

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist nach eigenen Angaben die größte Befragung zum Radfahrklima weltweit. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert den ADFC-Fahrradklima-Test aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans 2020.

Die komplette Studie gibt es hier zum Download (pdf) sowie als interaktive Karte.

 


 

 

 

Vorschaubild: Symbolbild / unsplash.com


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