Von Peter Obradovic.

Bei der Podiumsdiskussion “Who’s our next president?” stellten sich die drei Kandidat*innen für die Unipräsidentschaft erstmals zusammen einem großen Publikum. Obwohl durchaus verschiedene Standpunkte vorhanden waren, blieb die große Debatte aus. Differenzen gab es eher zwischen den Zeilen.

Moderatorin Anja Schuster betonte es zu Beginn: Normalerweise findet die Wahl eines Unipräsidenten intern statt und es ist keineswegs selbstverständlich, dass sich die Kandidaten den Fragen der Universitätsfamilie stellen. Deshalb war das Interesse am Mittwoch auch dementsprechend groß. Etwa 250 Besucher verfolgten die Diskussion im HS5, bei der sich die derzeitige – nicht unumstrittene – Präsidentin Carola Jungwirth ihren Herausforderern Prof. Ulrich Bartosch und Prof. Ursula Reutner stellte.

Skript vs. frei gesprochen

Schon bei der Eingangsrede fällt auf: Jungwirth klammert sich an ihr Skript und auch Reutner hält sich eng an ihre Notizen. Lediglich Bartosch spricht frei und gibt sich dabei über die gesamte Veranstaltung jugendlich und (etwas zu) lässig. Da die Fragen der Moderatorin vorher bekannt waren, kommt keine Diskussion auf. Auch bei den Fragen aus dem Publikum entstehen keine Widerworte zwischen den Kontrahenten. Die Themen ähneln sich bis auf unterschiedliche Gewichtungen doch sehr.

Internationalisierung, mehr Europa, mehr Digitalisierung

Alle wollen auf Internationalisierung, mehr Europaeinbindung und Digitalisierung setzen. Bartosch möchte die Uni Passau zum Mittelpunkt Europas machen und findet Digitalisierung geht über, die von Reutner angesprochenen, digitalen Krankmeldungen und Prüfungsanmeldungen hinaus. Für ihn ändere sich “die Art, wie wir in Zukunft Wissen produzieren und lehren, grundlegend”, weshalb man gerade in diesem Bereich die Digitalisierung vorantreiben müsse. Dennoch gibt es einige subtile Seitenhiebe, vor allem gegen den aktuellen Führungsstil der Hochschulleitung.

“Mir tun die (kommunikativen) Missverständnisse der letzten Zeit leid… ich bin dabei mich zu verbessern und gebe mir dabei täglich Mühe”
– Präsidentin Carola Jungwirth während der Podiumsdiskussion

Reutner, die unter Jungwirth bereits als Vizepräsidentin gewirkt hat, spricht sich für eine bessere Kommunikation untereinander aus. Sie werde von den Fakultäten, im Mittelbau und den Studierenden geschätzt und sei deswegen die optimale Kandidatin für den Sitz der Unipräsidentin. Wo zu Beginn Reutner durch ihre klare Ablehnung zu Jungwirth noch die meisten Klopfer bekommen hat, kann Bartosch insgesamt wohl die meisten Sympathiepunkte bei den Studierenden sammeln. Das lag zum einen wohl an der, oben beschriebenen, kumpelhaften Art oder an seinem unbeholfenem Umgang mit dem Mikrofon, der für viele Lacher sorgte.

Bartosch: studentischer Vizepräsident denkbar

Aber er wich auch nicht davor zurück, sich bei den Studierenden geradezu einzuschleimen. So lobte er ihr gesellschaftliches Engagement oft in andere Sphären oder schlug vor, eventuell eine Lösung zu finden, dass man annähernd einen studentischen Vizepräsidenten bildet. So merkte man auch im Kontext um den Abend, dass der AstA einem NachfolgER gar nicht so abgeneigt wäre.

Übergabe eines Staffelstabs?

Aber auch Frau Jungwirth unterhielt sich danach angeregt mit Bartosch und tauschte sogar den Zirbenschnaps, den alle am Ende der Diskussion erhielten. Manche möchten hier die Übergabe eines symbolischen Staffelstabs gesehen haben.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Jungwirth über den Abend frei nach Politik der Union “uns geht es gut, was soll man groß ändern?” handelte. Reutner hingegen rückte vor allem eine bessere Kommunikation am Campus in den Vordergrund und zeigte, dass sie die Herausforderin ist, die die Abläufe und Probleme an der Universität Passau kennt. Bartosch machte aus seiner “Außenseiterrolle” aber auch kein Geheimnis: “Sie kennen mich nicht, aber sie werden mich kennenlernen”.

 


 

Die Wahl findet am 17.07 statt. Der/Die Präsident*in wird zum einen vom Universitätssenat gewählt, in dem 6 Professoren, ein Vertreter der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen, eine Vertreterin des wissenschaftsunterstützendem Personal sowie den beiden Studentischen Senator*innen (Sophia Rockenmaier, Florian Weigel). Ebenfalls wahlberechtigt ist der Universitätsrat, der aus 10 externe Mitglieder wie von der Zahnradfabrik oder auch der PNP besteht.

 


 

Du hast die Diskussion verpasst? Eigentlich wollten wir die Diskussion aufnehmen und zum Nachhören anbieten. Nach unseren Informationen wurde dies von Präsidentin Jungwirth jedoch nicht gestattet. Deshalb haben wir auf twitter gebloggt:

Vorschaubild: © Maximilian Huber / CampusCrew Passau e.V.


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