Der Himmel blau, fühlst du es auch? ǀ KAFFKIEZ-Interview

von am 13.11.2020

KAFFKIEZ – eine 5-köpfige Indie-Rock-Band aus dem Süden Bayerns. Warum die fünf von Englisch zu Deutsch gewechselt haben, wie sie die Corona-Zeiten erleben und was man von den Rosenheimer Jungs noch erwarten darf, erfahrt ihr im Interview mit den Sängern Johannes Eisner und Johannes Gottwald.

 

Campus Crew: Seit 2012 macht ihr Musik. Habt ihr auch im Musikbereich eine Ausbildung oder ein Studium absolviert?

Johannes Gottwald (23): Ne, wir haben absolut gar keine musikalische Ausbildung, außer dass wir alle ein Instrument spielen (lacht). Ich bin gerade erst fürs Studium nach Innsbruck gezogen, weil ich Strategisches Management im Master studiere.
Johannes Eisner (24): Genau, und ich studiere Psychologie auch hier in Innsbruck

Im Jahr 2016 ist euer englischsprachiges Album “Damage Your Reputation” erschienen. Warum habt ihr euch entschlossen, nur noch auf Deutsch zu singen?

Eisner: Wir hatten schon lange mal den Wunsch, das auszuprobieren. Aber deutsche Musik war halt einfach out. Wir dachten damals: Boah, wer singt denn schon auf Deutsch, das klingt ja immer gleich total schmierig! Das wollten wir nicht. Jetzt funktioniert deutsche Musik aber sehr gut, deswegen haben wir das ausprobiert. Wir haben davor ja eher so Alternative Crossover-Rock mit englischen Texten gemacht. Beim
Deutsch haben wir uns dann zu Hause gefühlt und gedacht, da bleiben wir jetzt!

Ihr habt in eurer Spotify-Playlist “Modus KAFFKIEZ” viele deutsche Künstler. Hört ihr die einfach gerne oder sind das Inspirationen für eure Musik?

Gottwald: Eigentlich wollen wir den Leuten zeigen, wenn sie unsere Musik feiern, dann ist es naheliegend, dass sie auch jene Künstler mögen. Ich glaube, dass es viele Leute cool finden, dadurch auf neue Musik zu stoßen, die sie vorher vielleicht gar nicht gehört haben. Aber wir holen uns selbstverständlich auch selber Inspirationen.

Unterstützt ihr selber auch andere Künstler?

Gottwald: In unserer Heimat versuchen wir das immer zu machen. Deswegen finde ich es cool, quasi als Indie-Underground-Band andere Bands aus der Region, die nicht so viel Reichweite haben, zu unterstützen. Bei unserem ersten Release haben wir das nämlich von anderen Bands erfahren und das versuchen wir zurückzugeben.

Eure neue Single “Himmelblau” könnte man als Hommage an die Zeiten vor Corona sehen. Ist das eure Absicht gewesen?

Eisner: Ob es die ursprüngliche Absicht war, sei mal dahingestellt. Der eigentliche plakative Gedanke war: Ey, wir wollen ne Crew haben, da müssen mehr Leute ins Video! Aber ja, es ist quasi eine Hommage an die Sache, die uns allen am meisten fehlt: Mit der Crew  rausgehen, die Nacht durchmachen und morgens Richtung Sonnenaufgang schaukeln. Gleichzeitig war es auch eine coole Gelegenheit, Freunde und Fans einzuladen und im Video zu zeigen. Das ist einfach ne schöne Art, Danke zu sagen.

Kommen in naher Zukunft noch mehr Songs?

Gottwald: Wir haben einen Song, der schon aufgenommen ist und gerade gemixt wird. Der soll vermutlich im Frühjahr rauskommen und wenn alles gut klappt, erscheint im April oder Mai die erste EP.

Wie ist eure Konzerterfahrung während Corona?

Eisner: Unser Konzert im Dezember in Hemhof wird wahrscheinlich nicht stattfinden können. Wir hatten aber in München mal ein Konzert mit Tischen, da dachten wir, dass das nichts wird. Aber die Stimmung war so dermaßen geil, da sind alle richtig abgegangen, obwohl man nicht aufstehen durfte. Das hat echt richtig Spaß gemacht.
Gottwald: Ich wäre jetzt tatsächlich auf dem Kummer-Konzert, Clueso-Konzert und Bon Iver-Konzert gewesen, aber das wurde ja leider alles abgesagt. Es ist halt einfach schade, dass Live-Konzerte gerade nicht möglich sind, da man diese Stimmung nicht in ein mp3-Format packen kann.

Ihr wollt vom Kaff in die Kieze. Wo seht ihr euch in fünf Jahren?

Gottwald: Schwierige Frage, das wird uns oft gestellt, aber wir wissen es ja selber nicht! (lacht) Prinzipiell wäre es schon cool, mal in deutschen Großstädten zu spielen. Primär geht es uns aber darum, Bock zu haben und gute Mukke zu machen und was dann passiert, mal schauen.
Eisner: Es wurden ja auch leider alle Touren und Festivals abgesagt, deswegen standen wir nie auf den großen Bühnen. Aber wenn jemand ne super coole Vorband braucht, hier sind wir! (lacht) Derzeit ist es aber bisschen schwierig, da müssen wir einfach warten.

Danke für das Interview!

 

 

 

 

Die neue Single “Himmelblau” erscheint am 13.11.2020

Das Interview führte Leonie Hohlfeldt.


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