Darf es noch ein Holunderschnaps sein?

von am 05.03.2019

Es ist die Abartigkeit des Todes, die Glückseligkeit auf dem erstarrten Gesicht, die sie verzücken. Wenn er für immer seine Augen schließt und sein Körper im “Panamakanal” verrotten wird.

Wie kann ein Mensch nur den Gräuel des Mordens genießen? Vor Freude gar jauchzen und im Anschluss wie eine trauernde Witwe bei der Todeszeremonie um den Verstorbenen weinen? Und wer möchte vermuten, dass hinter solchen Unvorstellbarkeiten zwei alte feine Damen stecken?

Nun: Willkommen zu Arsen und Spitzenhäubchen. Mit voller Garantie für eine mordslustige Unterhaltung. Gespielt von ACT!.

 

Ein altmodisch, dennoch gemütlich eingerichtetes Wohnzimmer. An den Wänden hängen Familienfotos.  Bei genauerer Betrachtung erkennt man auf Einigen die Darsteller wieder.

Ein Beistelltisch mit Sessel und Stuhl darf natürlich nicht fehlen.

Links im Bilde, eine Sitzbank am Fenster. Noch unscheinbar, später jedoch eines der wichtigsten Möbelstücke in dem Raum. Eine Tür führt nach unten in den Keller – oder, wie Teddy immer zu sagen pflegt, zum Panamakanal,  eine nach oben, die Dritte in die Küche. Wir befinden uns im Haus zweier Damen höheren Alters. Sie sind angesehen, Besuch bekommen sie häufig. Sie sind die Tanten von Teddy Brewster – ein junger Kerl, der sich die Rolle Theodore Roosevelts einverleibte und Mortimer Brewster – frisch verliebt in die Pfarrerstochter Elaine Harper.

Es könnte eine Idylle sein, wäre da nicht der wieder aufgetauchte Bruder Jonathan – kriminell und definitiv kein netter Zeitgenosse – und die Leiche in der Sitzbank.

Humorvoll, spannend und überraschend:

Ein mit der Verzweiflung ringender Mortimer, ein furchteinflößender Jonathan, besorgte Damen, besoffene Polizisten – Act hat es wieder geschafft, die Rollen nahezu perfekt zuzuteilen. Mit dem selbstgebauten Bühnenbild bekommt die Vorstellung zudem noch mehr Raum und Kreativität. Es wird wieder herrlich gesund übertrieben und jeder Körpereinsatz gezeigt.

Zum krönenden Abschluss gab es dann nochmal richtig was für Ohr und Aug: Eine schöne Coverversion von “In hell I’ll be in good company” (The Dead South). Perfekt passend, als wäre das Lied extra für dieses Stück geschrieben worden.

 

Und was wir aus dem Stück definitiv gelernt haben: Auch wenn die Großmütterchen noch so liebenswürdig erscheinen, passt auf eure Drinks auf, wer weiß, was sich darin befindet… .

 

 


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