Bundeswehr übt in Passau: Alle Infos

von am 02.03.2019

Die Bundeswehr wird Mitte März eine Übung in Passau durchführen. Wird es wirklich so apokalyptisch, wie es die Stadt in ihrer Pressemitteilung ankündigt? Wir haben nachgefragt.

Vom 05. März bis zum 14. März wird die Bundeswehr in Passau eine Übung abhalten. Die Stadt Passau schreibt in ihrer Pressemitteilung, dass es sich um eine “Gefechtsübung” handele, daher solle sich Bevölkerung von den übenden Einheiten fernhalten. Außerdem weisst die Stadt auf die Gefahren hin, die von evtl. liegengebliebenen Sprengmitteln, Fundmunition und dergleichen ausgehen könne.

Spähaufklärung mit über 50 Soldat*innen

Wird also mitten in der Drei-Flüsse-Stadt für neun Tage Krieg gespielt? Thomas Sauer, ein Vertreter der Pressestelle des Landeskommandos Bayern der Bundeswehr kann beruhigen. Das Aufklärungsbataillon 8, das in Freyung stationiert ist, wird in der Stadt und im Landkreis Passau eine Spähaufklärungsübung durchführen. Daran werden ungefähr 40 bis 50 Soldatinnen und Soldaten teilnehmen. Zudem kommen über 20 Fahrzeuge zum Einsatz. Auch bis zu 17 Tonnen schwere Radpanzer werden dabei sein, allerdings keine Kettenfahrzeuge.

“Das ist nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste”
– Thomas Sauer, Vertreter der Pressestelle des Landeskommandos Bayern

Mitten in der Stadt werde natürlich nicht scharf geschossen, das passiere nur auf den eigenen Übungsplätzen der Bundeswehr.

Übung wichtig für Bundeswehr

Laut Thomas Sauer sei eine solche Manöverübung wie die jetzige in Passau wichtig für die Bundeswehr. Die Soldat*innen würden die eigenen Standortübungsplätze bereits genau kennen, jeder Weg sei ihnen bekannt. Aus seiner Sicht spricht aber noch ein weiterer Grund dafür, eine Übung ausnahmsweise nicht auf dem Gelände der Bundeswehr durchzuführen.

“Es ist noch mal was ganz anderes, wenn sich die Fahrzeuge der Bundeswehr im öffentlichen Verkehr bewegen müssen. Wenn man mit zehn Fahrzeugen unterwegs ist, dann sollten auch alle zur gleichen Uhrzeit gemeinsam und zusammen am Zielort ankommen. Und das muss natürlich schon mal geübt werden.”
– Thomas Sauer, Vertreter der Pressestelle des Landeskommandos Bayern

Die Fahrzeuge der Aufklärer*innen könnten sich relativ lautlos bewegen und das solle nun auch im freien Gelände geübt werden.

“Situation für Bevölkerung ungewohnt”

Nach Angaben von Pressesprecher Thomas Sauer habe es vor 20 Jahren noch viele große freilaufende Übungen gegeben, diese seien mittlerweile aber auf ein Minimum zurückgefahren worden. Daher sei eine solche Situation für die Bevölkerung mittlerweile ungewohnt.

Die Bundeswehr und die betroffenen Kommunen informieren daher darüber, dass mehr Militärfahrzeuge auf der Straße zu sehen sein könnten. Für Autofahrer*innen sei zudem wichtig zu wissen, dass diese Fahrzeuge zum Teil nicht so schnell fahren und über ein anderes Bremsverhalten als normale LKW verfügen.

Die Stadt Passau hat ein Telefon für “Manöverschäden” eingerichtet. Das liest sich zunächst als könnte es zerstörte Gebäude durch Querschläger geben, die Nummer ist aber hauptsächlich für sogenannte Flurschäden da: Landwirt*innen könnten sich dadurch melden, wenn ihre Äcker von den bis zu 17 Tonnen schweren Radpanzern zerstört sind. Die Bundeswehr werde dann den Schaden prüfen und ersetzen.

 


 

Das Aufklärungsbataillon 8 der Bundeswehr gehört zur Panzerbrigade 12. Die vier Kompanien sind in der Kaserne am Goldenen Steig in Freyung stationiert. Zu ihren Aufgaben gehört das Erkunden unbekannten Geländes. Die Lageaufklärung wird auch luftgestützt-unbemannt, also mit Drohnen durchgeführt. Aufklärer*innen sind die Voraussetzung für die Erstellung eines möglichst realen zeitnahen militärischen Lagebildes für die Kommandeur*innen der Kampftruppen.

 

 

 

Vorschaubild: Archivbild via unsplash.com


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