Ausbau der Bahnstrecke Passau – München

von am 28.11.2018

Die Bahnstrecke zwischen Passau und München ist momentan auf dem Abschnitt Landshut – Plattling nur eingleisig. Nun wurde beschlossen, diesen Bereich teilweise auszubauen. Dadurch könnte ein Halbstundentakt auf dieser Relation entstehen. Bis es soweit ist, kann es aber noch einige Zeit dauern.

 

Die Bahnstrecke zwischen Passau und München wird von DB Regio Bayern unter dem Namen “Donau-Isar-Express” (DIX) betrieben. Im Stundentakt fahren die Züge zwischen der bayrischen Landeshauptstadt und der 3-Flüsse-Stadt. Doch nicht immer kommen die Passagiere auch pünktlich ans Ziel. Das Qualitätsranking, das die Bayrische Eisenbahn Gesellschaft (BEG) jährlich erstellt, bescheinigt dem DIX nur eine magere Pünktlichkeitsquote. 2017 waren nur 89,6 Prozent der Züge zwischen Passau und München pünktlich, bzw. weniger als drei Minuten verspätet. Laut BEG ist dieses Ergebnis “nicht zufriedenstellend”. Zum Vergleich: in ganz Bayern lag der Wert bei 92,8 Prozent. Insgesamt landet der Donau-Isar-Express auf Platz 13 von 28.

 

Strecken überlastet und eingleisig

Ein Grund für die Verspätungen sind die Strecken, auf denen die Züge von Passau nach München und zurück rollen (siehe Graphik). Von der drei-Flüsse-Stadt bis nach Plattling teilt sich der DIX die zwei Gleise nicht nur mit der ICE-Verbindung von Wien nach Frankfurt, sondern auch mit zahlreichen Güterzügen – denn dieser Abschnitt ist Teil einer zentralen Achse für Fracht von und nach Osteuropa. Auch zwischen München und Freising hat der Donau-Isar-Express die Gleise nicht für sich alleine. In diesem Bereich fahren nicht nur mit Güterzüge, sondern auch die anderen Regionalzügen von und nach Hof, Regensburg und Prag und zusätzlich auch die Münchner S-Bahn. Und dann gibt es noch ein weiteres Nadelöhr: Der Bereich zwischen Plattling und Landshut – dort gibt es insgesamt nur ein Gleis. Hat ein Zug in Richtung München also Verspätung, muss auch der Gegenzug nach Passau warten und ist dadurch ebenfalls verspätet.

Schematische Darstellung des Linienwegs des Donaus-Isar-Express von Passau nach München. Rot markiert sind die problematischen Abschnitte. Darstellung: CampusCrew Passau / Maximilian Huber

 

Zweigleisigkeit nur Abschnittsweise

Jetzt gibt es aber Pläne, diesen eingleisigen Bereich auszubauen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat das Projekt “ABS Landshut – Plattling” nun in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2030 gehoben. Doch komplett zweigleisig wird die Strecke deswegen trotzdem nicht. Auf CampusCrew Anfrage teilte die BEG vielmehr mit, dass es “keinen kompletten und auch keinen längeren zweigleisigen Abschnitt” geben wird. Der genannte Bereich soll lediglich einen 12 Kilometer langen Bewegungsabschnitt erhalten – Nur dort gibt es dann also für jede Richtung ein eigenes Gleis. Desweiteren sollen aber noch weitere Maßnahmen die sogenannte Betriebsstabilität erhöhen. Konkret handelt es sich dabei um folgende Maßnahmen:

·         Ausbau Bahnhof. Schwaigen
·         Neubau Kreuzungsbahnhof Otzing
·         Neubau eines elektronischen Stellwerks (ESTW) zwischen Schwaigen und Plattling
·         Neubau einer Verbindungskurve Plattling für die Strecke Dingolfing – Regensburg.

 

66 Mio. € Kosten – Baubeginn unklar

Auch wenn es nur kleinere Maßnahmen, und kein kompletter Zweigleisiger Ausbau ist: Umsonnst gibt es diese Bauprojekte natürlich nicht. Aktuell rechnet das zuständige Bundesverkehrsministerium mit Kosten in Höhe von 66 Millionen Euro. Wie aus diesen Unterlagen ebenfalls hervor geht: Der Nutzen-Kosten-Faktor (NKF) wird mit einem Wert von 1,1 angegeben. Das bedeutet: jeder investierte Euro rechnet sich am Ende mit einem Gewinn von zehn Cent. Dies ist wichtig, da solche Projekte unter einem Wert von 1 nicht förderfähig sind.

Wann genau der Ausbau nun startet ist allerdings ungewiss. Zuständig dafür ist das Bundesverkehrsministerium – das hat auf CampusCrew Anfrage jedoch nicht geantwortet. Fest steht jedenfalls: Der Ausbau ist in dem sogenannten Bundesverkehrswegeplan 2030 festgeschrieben, und diese Projekte sollen bis 2030 umgesetzt werden.

Wenn der kurze Begegnungsabschnitt sowie die dazugehörigen anderen Maßnahmen fertiggestellt worden sind, dann wäre laut BEG “ein Halbstundenrhythmus in beiden Richtungen vorstellbar”.

 

 

 

Vorschaubild:  Ein Zug der Baureihe 440 des Donau-Isar-Express auf der Fahrt von München nach Passau kurz vor Vilshofen. Bild: Deutsche Bahn.


Campus Crew Passau

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