3-2-1-Takeoff! So wird das Kosmonaut Festival 2019

von am 28.06.2019

Ein Vorbericht von Momo und Bene.

Die Kosmonauten starten dieses Jahr zur 7. Expedition am 05. und 6.7. vom Stausee Rabenstein bei Chemnitz. Erwartet werden rund 15.000 Besucher.  Mitveranstalter ist seit Beginn die Chemnitzer Indie-Rock-Band Kraftklub. Wir verraten euch, was unsere Highlights sind und warum es beim Kosmonaut immer einen Faktor X gibt.

Rund 50 Acts umfasst das diesjährige Line-Up von Indie-Bands wie Von Wegen Lisbeth und Giant Rooks, über Hip-Hop-Acts wie Kelvyn Colt und Nura bis hin zu DJ-Sets von Salwa Benz oder den Drunken Masters. Hinzu kommen zahlreiche Live-Podcasts wie der Talk-O-Mat, Schacht & Wasabi und Machiavelli. Großer Headliner ist dieses Jahr das Berliner Hip-Hop-Trio K.I.Z., das auf dem Kosmonaut ihren einzigen deutschen Festivalauftritt hat.

Das komplette Line-Up findet ihr hier. Besonders hervorzuheben ist der große Anteil an weiblichen Künstler*innen. Zwar knackt das Kosmonaut nicht ganz die 50/50-Marke, wie es dieses Jahr das PULS-Festival geschafft hat, aber die Zeiten, in denen Festival-Lineups eine reine Würstchenparty waren, sind zum Glück auch am Stausee Chemnitz vorbei. Auch wir von der Campus Crew sind mit einem 50/50-Frauen-Männer-Team für euch dabei und haben im Vorfeld unsere Highlights und Geheimfavoriten zusammengefasst: 

Momos Tipps:

Leoniden

Wer seine ganze Energie bei einem Konzert rauslassen möchte, sollte den Auftritt der Leoniden nicht verpassen. Die Kieler mischen ihre Songs, die sowohl Punk, Grunge als auch Funk-Elemente beinhalten, bei ihren Live-Performances mit elektronischen Technoparts, die niemanden in der Crowd ruhig dastehen lassen. Seit der Veröffentlichung des zweites Studioalbums Again sind die Leoniden nonstop auf Tour und machen am Freitag kurz Halt auf dem Kosmonaut Festival.

Die Nerven

Laut, lauter, die Nerven. Wo sie auftreten, ist Lärm. Die Nerven nehmen seit neun Jahren Einfluss auf die deutsche Punkszene und sind spätestens seit ihrem aktuellen Album Fake nicht mehr wegzudenken. Das Visions Magazine hat den drei Stuttgartern den Titel als beste Live-Band Deutschlands verliehen, was mehr als verdient ist. Die Kombination der rauchigen Stimmen von Max Rieger und Julian Knoth und minutenlangen, scheinbar nie enden wollenden Gitarrenparts macht jedes Konzert zu einem einmaligen und überirdischen Erlebnis. Wer sie im März noch nicht in Passau erlebt hat, sollte sie sich auf dem Kosmonaut nicht entgehen lassen!

Mia Morgan

Die Kasselerin ist noch ein kleiner Stern am großen deutschen Pop-Himmel und sollte dennoch jedem im Hinterkopf bleiben. Bekannt geworden über den Mit Verachtung-Podcast von Casper und Drangsal, veröffentlichte Mia 2018 eigenständig ihre erste Single Waveboy in der Demo-Version, gefolgt von Es geht dir gut zu Beginn diesen Jahres. Mit emotionalen Texten aufgeladen, eingängigen Synthesizer-Leads und Gitarrenriffs untermauert bezeichnet Mia Morgan ihre Musik als Gruftpop. Am 5. Juli erscheint die gleichnamige EP, welche von Max Rieger produziert wurde und von der wir mit Sicherheit einige neue Songs am selben Tag auf dem Kosmonaut hören werden.  

Benes Tipps:

OG Keemo (+ Funkvater Frank)

Erst seit kurzer Zeit auf dem deutschen Rap-Rader unterwegs hat sich das Mannheimer Duo spätestens mit ihrem Debüt Skalp aus dem vergangenen November vom Rang eines Geheimtipps zum Lieblingsact vieler Rapfans gespielt. Was die beiden ausmacht ist, dass jeder sein Handwerk überragend beherrscht. Produzent Funkvater Frank liefert das Fundament aus 70s-Soul-Samples, 90er-Boom-Bap und modernen Trap-Brettern, das “Der Riese aus den Tiefen Afrikas” benötigt. OG Keemo vereint Straßenrap mit lyrischer Brillanz, sodass seine Songs in Deutschland seinesgleichen suchen. Doch wenn er nicht gerade Häuser ausraubt, zeigt sich Keemo Sabe auch verletzlich, spricht über seine Kindheit als ältester von sieben Geschwistern und den Tod seiner Mutter. Auch den Live-Abriss hat er in seinem Repertoire, deswegen hat ihn Deutschrap-Superstar RIN im Winter mit auf Tour genommen. Das Kosmonaut darf sich auf einen der spannendsten Vertreter des deutschen Sprechgesangs im Moment freuen!

KitschKrieg

K-K-K-K-KitschKrieg. Wenn man diesen Producer-Tag hört, kann man sich schon einmal darauf einstellen, dass die kommenden paar Minuten erstklassiger Deutschrap aus den Boxen schallt. Vor ein paar Jahren nur Insidern ein Begriff, hat sich das Kreuzberger Produzenten-Duo (und Kreativ-Trio) mit ihrem ganz eigenen Sound einen Namen gemacht. Maßgeblich daran beteiligt natürlich der Chemnitzer Trettmann, dessen Über-Album #DIY vor zwei Jahren Maßstäbe gesetzt hat und das ausschließlich von KitschKrieg produziert wurde. Dancehall trifft auf Grime und vermischt sich mit zeitgemäßem Autotune-Rap, so lässt sich der Sound von Fizzle und Fiji Kris beschreiben. Inzwischen stehen die namhaften Artists Schlange, um einen Song von den beiden produziert zu bekommen. Die Liste liest sich wie die deutschen Charts und reicht von Cro über AnnenMayKantereit bis hin zu den 187ern Gzuz, Bonez MC und RAF Camora. In diesem Jahr wagen sich KitschKrieg zum ersten Mal aus dem Studio auf die (großen) Festivalbühnen der Republik und man darf gespannt sein, ob das, was im stillen Kämmerchen funktioniert, auch live zum Erfolg wird. 

Tua

Mit Tua haben sich die Kosmonaut-Booker den deutschen James Blake auf die Raketenstartbahn geholt. Mühelos beschreitet das Orsons-Mitglied die Gratwanderung zwischen verschiedenen Genres wie Hip-Hop, Pop und Elektro und lässt gleichzeitig tief in seine Seele blicken. Mehr zu Tua lest ihr hier.

Amilli

Gerade einmal 18 Jahren alt ist die Bochumerin Amilli und doch schon eine der interessantesten Künstlerinnen, die der deutsche Pop so zu bieten hat. Nicht umsonst hat sie im vergangen Jahr den begehrten Newcomer-Preis bei der 1LIVE-Krone abgeräumt (den übrigens auch Kraftklub schon eingesammelt haben). Mit Rarri schaffte sie den Durchbruch, sie singt darüber, wie wenig ihr doch Markennamen bedeuten und schafft es dennoch, diese so wunderbar soulig zu verpacken. Melancholisch und gleichzeitig fröhlich klingen ihre Songs und hören sich viel mehr nach amerikanischer Westküste als nach deutschen Ruhrpott an. Von dieser jungen Dame wird man noch viel hören (dürfen), zum nächsten Mal auf dem Kosmonaut Festival 2019!

BHZ

Bevor die Drunken Masters am Samstagabend das Festival würdig beenden, darf auf der Atomino-Stage nochmal ordentlich abgerissen werden. Und das von DER gehyptesten Crew, die deutscher Hip-Hop im Jahr 2019 zu bieten hat. Textlich darf hier kein Literaturnobelpreis erwartet werden, dafür ist der Turn-Up real und das Sterni wird geext, wenn die Jungs von BHZ die Bühne betreten. Was die sieben Schöneberger noch so besonders macht, lest ihr hier.

X-Faktor

Was das Kosmonaut Festival von anderen Festivals seiner Art abhebt, ist vor allem der geheime Headliner. Die Festivalbesucher können im Vorfeld ihre Vermutungen im Online-Wettbüro abgeben. Aktuell führen AnnenMayKantereit, gefolgt von Feine Sahne Fischfilet und Alligatoah die Liste an.

Das Kosmonaut Festival hat immer eine Überraschung auf dem Programm. Eine gewisse Variable X zieht sich durch alle bisher stattgefundenen Festivals. So kündigten im letzten Jahr Casper und Marteria ihr gemeinsames Album 1982 an. 2017 übernahm Kraftklub den Weckdienst auf dem Campingplatz und spielte ein spontanes Konzert auf einem fahrenden Transporter. Wir sind auf jeden Fall gespannt darauf, was uns dieses mal erwarten wird und halten euch natürlich auf dem aktuellsten Stand!

Bild: © 2019 Rakete Mit K GmbH


Campus Crew Passau

Jetzt läuft
TITLE
ARTIST