The Young Ones (1982 – 1984)

von am 06.01.2017

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London, 1979: Margarete Thatcher wird zur Premierministerin gewählt und sollte bald das Ende der vielen Regierungswechsel der 70er Jahre herbeiführen. Die politischen Krisen werden jedoch bleiben. Während die Welt sich vor dem Atomkrieg im Zuge der Aufrüstung des West- und Ostblockes fürchtet, triumphiert in den Undergroundläden Londons die alternative Comedyszene. Mit dabei waren zwei junge Männer namens Adrian Edmundson und Rik Mayall, die zusammen als „The Dangerous Brothers“ auftraten.

Zusammen mit Nigel Planer und Christopher Ryan bilden sie Grundlage der „Young Ones“, die von der BBC von 1982 bis 1984 produziert wurde. Überzeugt war die BBC von dem Konzept jedoch nicht, sah sich aber aufgrund des Aufkommens des Privatsenders Channel 4s dazu gezwungen, die Sitcom auszustrahlen. Geschrieben wurde sie von Rik Mayall, seiner damaligen Freundin Lise Mayer und Ben Elton.

Im Zentrum stehen vier Studenten, die in einer Wohngemeinschaft zusammenleben. Da ist zum einen Rick, ein Möchtegern Anarchist und Soziologie Student, der sich für den beliebtesten der vier hält, obwohl ihn eigentlich keiner leiden kann. Vor allem seine Wortgefechte mit dem rothaarigen und stets gewaltbereiten Vyvan machen einen Großteil der Dialoge aus. Vyvyan studiert Medizin und verbringt seine Freizeit meistens damit, irgendwelche Dinge zu zerstören oder in die Luft zu sprengen. Auch wenn sich Vyvyan und Rick eigentlich nicht leiden können, verbringen sie doch auffällig Zeit miteinander und wenn sie zusammen sind, bekommt vor allem der melancholische Hippie Neil ihren Haß ab. Dieser wird von den anderen komplett ausgenutzt. Neil kocht, putzt und kauft ein und dies meist nicht zur Zufriedenheit der anderen dreien. Der vierte im Bunde ist Mike, der ein bißchen außen vor steht. Er ist ein Angeber und Opportunist und versucht aus allem möglichem Kapital zu schlagen. Am ehesten versteht er sich noch mit Vyvyan, der ihn oft fast ehrfürchtig mit „Michael“ anspricht.

Ihre überspitzten, von Stereotypen getriebenen, Charaktere ergeben einen guten Überblick über die Subkulturen, die Anfang der 80er Jahre in England präsent waren. Somit sind die Streitereien und Konflikte nicht nur persönlicher Natur; sie sind durchaus auch auf Ebene der konkurrierenden Subkulturen zu verstehen.

Um von der BBC mehr Geld für die Produktion zu erhalten, trat kurzerhand in fast jeder Episode  eine Band auf, damit die Sitcom als „Variety“ und nicht als „Comedy“ eingestuft werden konnte, für die die BBC mehr Geld ausgab. Doch die Musikgruppen waren nicht irgendwelche, sondern Größen wie Madness, The Damned oder Mötörhead.

Der oft absurde und surrealistische Humor – mal werden religiöse Fanatikerinnen von einem überdimensionalen Sandwich erschlagen, ein andermal landet eine Atombombe als Blindgänger im Haus der Studenten – wird durch animierte und sprechende Objekte, wie Lebensmittel und Tiere, ergänzt.

Weitere humoristische Elemente sind der Bruch mit der vierten Wand und übertriebene Gewalthandlungen, sowie Witze mit offensichtlich schlechten Pointen.

Wirft man nun all das in einen Mixer, so entsteht eine Anarchositcom, die man als eine Satire auf die englischen Subkulturen verstehen kann, die aber auch gleichzeitig eine Hommage an dieselbe ist. „The Young Ones“ stellt ein wertvolles Zeitdokument dar, das nebenbei die alternative Comedy nicht nur im Fernsehen, sondern landesweit populär machte.

Zitate:

Vyvyan’s Mum: Well aren’t you going to introduce me to your friends?
Vyvyan: Oh yeah. Uh, this is a friend of mine called Mike… uh… this is a friend of mine called Neil…
Neil: Hello.
Vyvyan: And that’s a complete bastard I know called Rick.
Rick: We stayed up all night. That’s what anarchy is all about!
Rick: Well, Vyvyan! You never told us your mother was a bartender!
Vyvyan: Well, she was a shoplifter when I knew her!
Neil: She doesn’t look strong enough.
Vyvyan: Eh?
Neil: To lift shops!

Nächste Woche (13.01.2016): „Peep Show“!

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