Voodoo Jürgens – Live in Gern (17.11.2016, Bogaloo Folknight)

von am 18.11.2016

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Wiener Schmäh musikalisch verpackt: Voodoo Jürgens

Am Ende waren selbst zwei Zugaben zu wenig: Mit ihrer Mischung aus Wiener Liedgut, Jazz und Offbeatrhythmen begeisterten Voodoo Jürgens das Publikum bei der Bogaloo Folknight in Gern am Donnerstag.

Das Konzert begann mit einem hypnotischem Instrumentalstück, vorerst noch ohne den Sänger David Öllerer, bzw. Voodoo Jürgens, der erst ab Mitte des Stückes mit riesigen Schritten, die er sich wohl beim Ministry of Silly Walks abgeschaut hatte, die Bühne betritt. Fesch waren die Dame und alle vier Herren gekleidet. Der Sänger beginnt sich mit ausschweifenden Bewegungen auf der Bühne zu bewegen; er tanzt mit sich selbst, während er die oft melancholischen-traurigen Geschichten und Schicksale der Wiener Alltagswelt erzählt. Die perfekte musikalische Grundlage liefert dafür die Band, die aus Akkordeon, E-Piano, Kontrabaß und Schlagzeug besteht.

Jeder Song ist sehr dynamisch gehalten, mit leisen Stellen, die am Ende laut werden und dadurch erst so richtig eindringlich. Oft wird auch der Takt gewechselt oder das Tempo rausgenommen. Selbst wer die Songs vom Album kannte und mochte, erlebte sie live in einer ähnlichen, aber intensiveren Version. Voodoo Jürgens ist definitiv eine Livebands, die vor allem in kleinen Clubs funktioniert.

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Auf den Spuren von Bob Dylan: David Öllerer alias Voodoo Jürgens

Natürlich durften die Hits wie „Heite grob ma Tote aus“ und „Gitti“ nicht fehlen, und werden vom Publikum auch dementsprechend mit Wohlwollen angenommen. Doch auch die anderen Stücke wie „In Deiner Nähe“ oder „Drei G’schichten aus dem Café Fesch“ entwickeln live eine ganz andere Kraft, wie auf der LP.
Auf die Zugabenrufe am Ende antwortete Voodoo Jürgens mit zwei Liedern, die er alleine auf der Akustikgitarre begleitete. Inzwischen war es schon brütend heiß in dem kleinem, aber gemütlichen Roßstall. Mit „Tulln“ setzt er seinem Heimatort ein humoristisch-böses und musikalisches Denkmal und in „A gscheida Bua“ kommt die Mundharmonika noch zum Einsatz.

Wem „Ansa Woar“ auf LP nicht gefällt, sollte der Gruppe live noch einmal eine Chance geben. Es wird sich lohnen.


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