Olli Schulz – Scheiß Leben, gut erzählt

von am 04.02.2018

Manchmal braucht es nicht einmal eine halbe Stunde damit alles gesagt ist. Olli Schulz schafft es auf seiner neuen LP „Scheiß Leben, gut erzählt“ leider nicht in dieser Zeit einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Mit einer Spielzeit von gerade einmal 29 Minuten, die sich auf 10 Titel aufteilen, liefert der sympathische Hamburger Musiker eine Platte ab, die beim ersten Hören verstört. Nach dem minimalistischen Ansatz bei „SOS – Save Olli Schulz“ und dem melancholisch-poppigen Vorgängeralbum „Feelings aus der Asche“, überrascht Schulz nun mit einer Art Elektropop Platte. Das könnte in der Theorie funktionieren, aber leider vernachlässigt Schulz seine größte Stärke auf dem Album, nämlich Geschichten zu erzählen. Und das ist verwunderlich, wenn man sich den Titel der LP noch einmal vor Augen führt.

Alter Schulz trifft auf den neuen Schulz

Das soll aber nicht heißen, dass es keine guten Momente auf der Scheibe gibt: Der Opener „Schockst Nicht Mehr“ geht gut ins Ohr, und auch die letzten beiden Titel „Schmeiß alles rein“ und der Schulzklassiker „Schmeckt Wie…“ sind schmissige Songs, wie Ilja Richter in DISCO sagen würde. Doch die A-Seite kann nicht überzeugen, weil die tonale Struktur zu ähnlich ist und sich sowohl Musik als auch Text irgendwo im Nichts verliert. Grob läßt sich das so zusammenfassen: Viel Bass, ein Beat und Olli singt ein bißchen was. Vielleicht muß man sich auch nur daran gewöhnen. Greift er aber dann zur Gitarre ist er für einen Moment wieder ganz der Alte, der durchaus noch mit seiner Musik zu verzaubern weiß.

Durchschnittliche Platte, mittelmäßig erzählt

Aber es ist auch nicht schlimm, dass Olli Schulz immer wieder versucht seinen Stil leicht zu verändern und verschiedenes ausprobiert. Mit „Feelings aus der Asche“ ging er neue Wege und lieferte sein vorläufiges Meisterwerk ab. Damit kann die aktuelle LP schlichtweg nicht mithalten. Das ist aber auch nicht weiterhin tragisch, denn Olli findet uns weiterhin gut und wir auch ihn. Am Ende ist’s aber leider nur eine durchschnittliche Platte, mittelmäßig erzählt.

Note

3,0

 


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