K.I.Z „Rap über Hass“

von am 07.02.2021

Ganze fünf Jahre mussten sich ihre Fans gedulden, nun veröffentlichen K.I.Z im kommenden Mai ihr neues Album „Rap über Hass“. Eine gleichnamige Tour soll im Februar 2022 folgen. Vorab ist Anfang Dezember bereits das Album „Und das Geheimnis der unbeglichenen Bordellrechnung“ erschienen, ein Album das an vergangene Tage der Berliner Rapper erinnert.

 

Von Nicolas

Sarkasmus, schwarzer Humor und Ironie, das ist es, wofür die Fans die Band lieben. Diese Eigenschaften, kombiniert mit ein klein wenig linker Gesellschaftskritik, machte das letzte Album von 2015 „Hurra die Welt geht unter“ zu einem großen Erfolg. Das Album stieg damals auf Platz 1 der deutschen Albumcharts ein und konnte sich mit Unterbrechungen 65 Wochen in den Top 100 halten.

Neues Album ist Kontrast

„Und das Geheimnis der unbeglichenen Bordellrechnung“ wirkt im Vergleich zum vorangegangenen Album dabei wie ein Kontrast. Fast schon vergessen sind fünf Jahre Album-Abstinenz und die mindestens genauso lange andauernde Pop-Annäherung. Zwar hat man sich mit DJ Craft 2018 von einem Mitglied der Gruppe getrennt, jedoch bleibt sich die Gruppe ihrem ursprünglichen Stil treu.

„Album zum Album“

Der angesprochene Kontrast offenbart sich nicht nur am etwas albernen Albumtitel, sondern auch Songtitel wie Berghainschlange, Fledermusmane oder Autobahntunnelfischmenschen knüpfen hier an. Das Album wird von der Gruppe auch als „Album zum Album“ bezeichnet und so lässt sich vermuten, dass hier viel Inhalt Platz gefunden hat, der eventuell woanders nicht rein gepasst hätte. Quasi eine Art Promo nach der doch etwas längeren Abstinenz.

Spaß statt absurden Szenarien

Auch inhaltlich überwiegt in den Songs eher der Spaßcharakter als die absurden Szenarien, die Nico, Tarek und Maxim gerne zeichnen. Ausgeprägte Erzählungen bleiben diesmal aus, dafür erhalten wieder das Aneinanderreihen von Sprüchen, wechselhafte Beats und natürlich typisch für K.I.Z zahlreiche Oneliner Einzug in die Songs.

Nicht immer guter Geschmack

Nicht immer zeugt der Inhalt dabei von guten Geschmack. Manchmal fühlt man sich dabei fast schon in längst vergangene Tage des Deutschraps, in denen „schwarzer Humor“ nur darin bestand, zahlreiche Geschmacksverirrungen aneinanderzureihen, zurückversetzt. Im nächsten Moment zeigen sich die Jungs dann wieder von ihrer gesellschaftskritischen Seite, wenn sie wie im Song FBI und Interpol eine Verschwörungstheorie kritisieren und doch ist die Rückbesinnung ein ziemlich schmaler Grad auf dem sich die Band hier bewegt. Die Parodie frauenverachtender Texte wirkt ein wenig veraltet und auch die Ironie kommt somit nicht immer zum Tragen.

Fazit: Weniger pubertär, dafür gesellschaftskritischer

„Rap über Hass“ dürfte sich daher wieder deutlich von seinem vorangegangenen Album unterscheiden. Weniger pubertär, dafür inhaltlich wieder gesellschaftskritischer, aber trotzdem nicht zu seicht.


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