Herzschmerz

von am 11.01.2011

Vergebens die Müh, Interesse zu leugnen,
unkennbar inmitten der Schar der Verehrer
versunken, so scheint dies kühn Unterfangen,
sie von mir z’überzeugen,
gleichsam verzweifelt den Ansätzen derer,
welche längst vergeblich um ihre Zuneigung rangen.

In aller Munde klingt ihre Schönheit,
anmutig in Wesen, Erscheinung, Gemüt,
umrahmen blonde Strähnen die ebenmäßigen Züge.
Gen‘ ihre rehbraunen Augen unmöglich gefeit,
ganz und gar vollkommen, wirkt‘ es doch rüd,
sie anzusprechen, wo’s mir kaum genügte.

Unbeholfen fasst‘ schließlich ich mir ein Herz;
trugs ohne Fessel frei auf der Zunge,
beim Anblick Pandora’s der Vorsicht entsagt;
zeigt sie mir erst Liebe, dann Kummer und Schmerz.
Naiver Wunschtraum, nicht mehr, mein Junge,
fast wünscht, ich hätt damals nie mehr gewagt.

Vergebens sucht, meist ruhelose Stunden
– verbraucht, Tribut der täglich Hast gezollt –
oft ein Mensch der Liebe wonn’ges Glück, und doch kennt
er nicht dessen Müh’n, der’s längst gefunden,
doch unerwidert sie vergessen wollt,
weil sies nicht sah und sich getrennt.

Spöttisch die vollstreckn’den Worte, und hohnvoll,
„S‘ liegt bestimmt nicht an dir, wenn ich geh.“
Ihr Echo hallt wider in hässlichen Klängen,
meine Ferse getroffen vom Pfeil des Apoll,
blutigen Herzens kann ichs nicht verstehn,
nicht im Stande sie zu verdrängen.

Vielfach versucht‘ ich loszulassen,
bei reichlicher Auswahl gut zu sondieren,
– reizvoll, sympathisch, verführerisch, klug –
und schließlich das Glück mit beiden Händen zu fassen;
doch keine der Damen vermochte zu faszinieren,
hatten sie doch von dir nicht genug.

Sucht‘ ich den Schmerz endgültig zu betäuben,
blieb mir nun mehr der Griff zur Flasche.
Doch kehrt damit die Schwermut nur zurück.
Ach, soll ich mich denn ewig sträuben,
immer nur dieselbe Masche.
Ich weiß ja längst, du wärst mein Glück.

In wen’gen Worten kurz beschrieben,
bist du ganz und gar vollkommen.
ich werde dich für immer lieben.

In der Moderne mehr und mehr verkommen,
zum Mittel degradiert von MTV
und BILD. Nebst Sex und Gier völlig verschwommen,
Ihrn wahren, warmen Klang vernahm ich nie.

Hat ich – für meinen Teil – der Liebe schon entsagt,
als Hirngespinnst dies Höchste der Gefühle,
argwöhnisch obst ihrer Wahrheit längst verjagt,
letzlich ersetzt durch jugendliche Kühle.

Mangl’nder Wertigkeit wegen gänzlich vergessen,
– welch traur’ger Plan des kaum erwachsnen Bengels-
wurd der Lieb‘ kein Wert mehr beigemessen.

Doch wie sie jeden findet, ereilte sie mich,
in Liebreiz und Grazie vergleichbar dem Antlitz des Engels,
Kaum fassbar, schon weg, und doch, ich liebte dich.

Benedikt, Passau 2009

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