Good Bye Pfingst-Open-Air – Eine kleine Festivalgeschichte

von am 22.01.2017

Das Pfingst-Open-Air galt über 30 Jahre lang als der Dreh-und Angelpunkt des Popkulturlebens in Südostbayern. Drei Tage im Frühsommer, an denen, in der sonst eher verschlafenen Gegend, der Duft von Kultur in der Luft lag. Damit ist jetzt Schluss: Nach 16 Jahren Zusammenarbeit trennt sich das aktuelle Orga-Team um anderen Projekten – wie etwa dem Impuls Festival in Passau – nachzugehen.

35 Festivals, 3 Orte, zwei Vereine und jede Menge Ärger – Die Geschichte des Pfingst-Open-Air

Mai 1980: Wo sich sonst Touristen nach dem Besuch einer Ausstellung in der Veste Oberhaus und einem deftigen Schweinebraten die Füße vertreten versammeln sich Jugendliche um drei Tage lang unter dem Motto „Steig Passau aufs Dach“ zu feiern.
Organisiert wird das Spektakel vom Verein zur Förderung des kulturellen Bewusstseins junger Menschen. Dieser wurde gegründet um dem Unverständnis für die junge Kulturszene entgegen zu wirken.

Schon das erste Festival ist geprägt von Streitigkeiten mit der Stadt Passau. Doch das Pfingt-Open-Air kann sich durchsetzen und macht sich einen Namen weit über die Grenzen Bayerns hinaus. 1994 besuchen knapp 10 000 Leute das Festival und mit Subway to Sally oder The Busters kommen richtige Größen nach Passau.
Doch das Unverständnis für die Veranstaltung von Seiten der Stadt und der Behörden wächst Mitte der 90er-Jahre wieder. Massive Polizeikontrollen lassen die Besucherzahlen fallen. Mit dem Festival 1998 sieht sich der Verein am Ende und Anwohner, Polizei und Stadt siegen.

Zwei Jahre lang findet kein Pfingst-Open-Air statt, doch ein neuer Verein, Musikbegegnungen e.V., formiert sich und nimmt sich dem Projekt an. Nach gescheiterten Verhandlungen um den ehemaligen Passauer Standort werden die Tore zum Festivalgelände im Jahr 2000 im 30 Kilometer entfernten Hauzenberg geöffnet.
Das niederbayerische Festival ist zurück und macht es sich in Hauzenberg gemütlich – von den Fans geliebt, von der Stadt gefördert zieht es zehn Jahre lang ca. 6000 Besucher an.

Doch dann wirft das Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit ein Auge auf die tanzende Menge. Messungen ergeben: Es ist zu laut. Nach einigem hin und her befürwortet der Umweltausschuss des bayerischen Landtages 2010 eine Petition der Stadt, das Festival darf bleiben und feiert seinen 30. Geburtstag in Hauzenberg.
Überraschend geben die Veranstalter kurz darauf den Umzug nach Salching bei Straubing bekannt und nennen Logistikprobleme und einen zu kleinen Festplatz als Gründe.
2012 findet das erste Pfingst-Open-Air in Salching statt und kann einen kleinen Besucherzuwachs verzeichnen. Mit Headlinern wie Cro und Frittenbude beweist das kleine Heimat-Festival wiedermal seine überregionale Bedeutung.
2016 waren wir mit dabei, nichtsahnend, dass es unser letztes Pfing-Open-Air sein würde…

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Für ein bisschen Pfingst-Open-Air-2016-Feeling ist diese Spotify Playliste sehr zu empfehlen!

Rund 1000 Bands waren auf dem Pfingst-Open-Air in all den Jahren zu Gast und rund 200 000 Handgelenke wurden mit bunten Bändchen geschmückt. Das Orga-Trio versichert sich in tiefer Freundschaft zu trennen und verspricht: Da kommt noch mehr!

Wir sind gespannt!


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