Woher kommen Aktionstage?

von am 05.02.2018

Am letzten Freitag im Juli ist Tag des Systemadministrators. Und jedes zweite Märzwochenende ist Tag der offenen Töpferei – warum? Weil es sich jemand so ausgedacht hat. Aber warum und wer und wieso feiern wir überhaupt Welttage und nationale Tage des irgendwas?

Die Idee des Welttages stammt von den Vereinten Nationen, die mittlerweile rund 70 offizielle internationale Tage festgelegt haben. Begonnen hat alles am 31. Oktober 1948: da hat die UN sich gedacht, dass es einen Tag geben sollte, an dem an die Unterzeichnung der Charta der Vereinten Nationen am 24. Oktober 1945 erinnert wird – einen Gedenktag für sich selbst also. Warum nicht? – Schließlich ist die UN schon eine echt gute Sache. Es folgten weitere mehr oder weniger sinnvolle Welttage, die alle zum Ziel haben eben auf ein Thema aufmerksam zu machen – Besonders wichtig für UNS ist dann wohl der Tag des Radios am 13. Februar. Außerdem gibt es zum Beispiel noch den Weltfrauentag, den Tag des Buches oder den Kindertag.

Dann gibt es aber eben auch…diese auf den ersten Blick eher seltsamen Tage, wie den Welttoilettentag am 19. November. Doch auch hier gibt es natürlich einen ernsten Hintergrund, denn mehr als 40 Prozent der Weltbevölkerung fehlen hygienische sanitäre Einrichtungen, was die Verbreitung von Krankheiten in diesen Gegenden der Erde verstärkt – ein Problem, auf das mit einem Welttag zumindest hingewiesen werden kann.

Aber es gibt halt auch wirklich Tage, an dem sich der ein oder andere an den Kopf fasst und… ob es einen „Fass-dir-an-den-Kopf-Tag“ gibt? – Naja.

Also zum Beispiel der Tag des deutschen Schlagers, der 2009 von den Schlagerfreunden Essen 1996 e.V. eingeführt wurde. Und dann ist da ja noch der Tag der Blockflöte – obwohl man vielleicht eher den Verwandten gedenken müsste, die jedes Jahr zu Weihnachten eine Kostprobe der Blockflötenkunst unter dem Tannenbaum erleiden mussten. Apropos Baum: Am zweiten Samstag im November ist „Rettet die Kastanien-Tag“…und damit wäre ich schon beim Tag der Samen – also nicht die Samen im Sinne von… Bäumen. Die Samen sind ein indigenes Volk, das bis heute im Norden von Fennoskandinavien, also Teilen Norwegens, Schwedens, Finnlands und Russlands lebt. Wer das hört und sofort an ausgedehnte Wanderungen durch die Tundra der Halbinsel Kola denkt, dem sei der Weltgästeführertag ans Herz gelegt.
Am 13. März feiern die Freunde der Zahl Pi übrigens den Tag der Zahl pi, weil das Datum in der amerikanischen Schreibweise ja 3/14 hieße und damit an 3,14 erinnert.

Die meistens Welttage haben tatsächlich einen berechtigten Hintergrund und wurden oft durch die UN oder UNESCO ausgerufen. Andere werden zu Marketingzwecken von PR-Agenturen oder Vereinen benutzt, um auf die eigenen Ziele aufmerksam zu machen. Wieder andere haben es irgendwie geschafft..irgendwie…bekannt zu werden, ohne dass es einen wirklich wichtigen Grund für diesen Tag gibt, wie der Internationale Jogginghosentag, der durch vier Schüler aus Graz in Österreich als Facebookveranstaltung ins Leben gerufen wurde.  2011 nahmen über 600.000 Menschen aus 50 Ländern an der Facebook-Veranstaltung teil.

Was auch immer jemanden dazu veranlasst einen Erinnerungstag auszurufen – wir bei der Campus Crew freuen uns über jeden einzelnen, und sei es der Tag der Menopause von barttragenden Buckelwalinnen.

 

 


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